Meine Geburt und mein Sterben auf der Erde

Danach fühlte ich, dass ich bewusst wurde.
Es war, als machte man mich wach.
Deutlich fühlte ich es.
Aus der Tiefe des geistigen Lebens kehrte ich zur Wirklichkeit zurück.
Ein heiliges Gefühl durchströmte mich.
In mir fühlte ich mein Herz klopfen, aber doch weit von mir entfernt.
Eine sanfte Stimme hörte ich sagen: „Lantos!
Lantos!“
„Lantos“, dachte ich.
„Lantos!“
Näher und näher kam diese Stimme.
Was bedeutete Lantos?
Wer war Lantos?
Ich fühlte, dass ich zu Bewusstsein kam, und nun verstand ich die Bedeutung des Wortes „Lantos“.
„Lantos“, hörte ich wieder aufs Neue und wusste, dass man mich rief.
Es war, als spräche Gott persönlich zu mir.
„Hört Ihr mich?“
Ich wollte einen Laut von mir geben, doch es war mir nicht möglich.
„Ihr könnt lediglich fühlen“, kam in mich.
Ich verstand, was man damit meinte, und sandte mein Gefühl empor.
Meine Gefühle wurden aufgefangen und wieder hörte ich aufs Neue: „Lantos, hört Ihr mich?“
„Ja“, sandte ich zurück, „ich höre Euch; wo bin ich?“
„Ihr lebt auf der Erde, jedoch im Schoß der Mutter.
Aber nicht mehr lange, dann werdet Ihr sterben.“
„Ihr lebt in der Mutter“, hörte ich abermals.
„Ihr seid nun wach, doch es sind die höheren Meister, die Euch wecken.
Hört Ihr mich?
So gebt mir Antwort.“
„Ich höre Euch, aber weit, ganz weit weg.“
„Fühlt Ihr, wer zu Euch spricht?“
„Ich fühle Euch, seid Ihr es, Meister Emschor?“
„Ja, mein Bruder, ich bin es.
Nun schlaft, Lantos, Ihr werdet gleich in die Sphären zurückkehren.“
Darauf sank ich in die geistige Tiefe zurück.
Als ich erwachte, lag ich auf meinem Liegesofa in meiner eigenen Wohnung.
Neben mir stand mein geistiger Leiter Emschor.
„Mein Bruder Lantos, könnt Ihr Euch an etwas erinnern?“
„Was meint Ihr?“, fragte ich.
„Ich habe keine Erinnerungen.
Ich weiß lediglich, dass Ihr mit mir zur Welt des Unbewussten gegangen seid und dass ich Euch zu mir sprechen und Lebewohl sagen hörte.“
„Fühlt Ihr nichts anderes?“
„Nein, nichts, ich bin mir sonst nichts bewusst.“
„Nicht, dass Ihr auf der Erde wart und dort gestorben seid?“
„Nein, davon fühle ich nichts.“
„So hört.
Ihr seid auf der Erde gestorben.
Im Alter von fast neun Monaten seid Ihr hinübergegangen.
Ehe Ihr dort geboren werden solltet, seid Ihr gestorben.
Euer Vater und Eure Mutter befinden sich in einem Zustand von Kummer und Schmerz und weinen über Euer Hinübergehen.“
„Was für ein Wunder erzählt Ihr mir da?“
„Fühlt Ihr die Stille des Geistes in Euch?“
„Ich fühle eine andere Stille als die, die ich zuerst fühlte, Meister.“
„Diese Stille gehört zu Eurer Mutter, zu jenem Ehrfurcht gebietenden Prozess, den Ihr erlebt habt.
Ihr seid noch nicht gänzlich in dieses Leben übergegangen, mit anderen Worten: Ihr habt Euren vorigen Zustand, also bevor wir zur Welt des Unbewussten hinabstiegen, noch nicht akzeptiert.
Sogleich werdet Ihr wieder in den Schlaf fallen und für eine lange Zeit schlafen, um abermals zu erwachen.
Erst danach werdet Ihr Euch so fühlen, wie Ihr Euch zuvor fühltet, ehe Ihr verbunden wurdet.
Ich weckte Euch und ich werde meine Konzentration nun zurückziehen, wodurch Ihr einschlaft.
Schlaft, mein Bruder, Ihr habt dieses Wunder erleben dürfen.“
Danach war ich mir nichts mehr bewusst.
Wieder wurde ich wach und ich fühlte mich so, wie als ich beim Eintreten aus meinem ersten Schlaf erwachte.
Ich wusste, wo ich mich befand, und schaute zu Marianne.
Wie groß ist Gott, dachte ich.
In mir lagen Liebe und Stille, stille Ruhe.
Ich dachte an mein eigenes Leben, danach an Emschor.
Im selben Augenblick trat er ein.
„Mein Bruder Lantos, wie fühlt Ihr Euch?“
„Herrlich“, sagte ich.
„Ich habe Euch vieles zu verdeutlichen.
Danach kehren wir zur Erde zurück und Ihr werdet Euren Vater und Eure Mutter, Eure Schwester und Eure Brüder sehen.“
„Meine Schwester und meine Brüder, Vater und Mutter?“, wiederholte ich.
„Ja, wisst Ihr nicht, was wir besprochen haben?“
„Doch, das weiß ich, aber ich kann mich an nichts erinnern.
Ich weiß, dass ich eine Zeit lang geschlafen habe, mehr nicht.
Muss ich dies akzeptieren?“
„Achtzig Jahre, laut irdischer Zeit, sind vergangen.“
„Was sagt Ihr?“
„Achtzig Jahre, und das ist kurz, denn viele sind Hunderte von Jahren in dieser Welt, ehe sie zur Erde angezogen werden.“
Ich konnte kein Wort sagen und stammelte: „Ist das alles Euer Ernst?“
„Wie könnt Ihr mir eine solche Frage stellen?
Aber wir wissen, dass niemand das akzeptieren kann, doch ich werde Euch die Wahrheit dessen zeigen.
Akzeptiert also, dass Ihr zur Erde zurückgekehrt seid.“
Welch ein Wunder war geschehen!
Man hatte mir im Voraus davon erzählt, und doch konnte ich es nicht akzeptieren.
Dann fragte ich den Meister: „Wie geschieht das alles?
Wann wird die Seele angezogen und wodurch kommt diese Verbindung zustande?
Wisst Ihr, wie der Mensch auf der Erde geboren wird?“
„Hört zu.
Wenn der Vater oder die Mutter beginnen, an dieses Geschehen zu denken, befinden sie sich bereits in einer kosmischen Abstimmung.
Jenes Geschehen ist also ein kosmisches Wunder, eine Kraft, die diese Verbindung verstärkt, in die beide Wesen aufgenommen sind.
Im selben Augenblick also, da der Vater oder die Mutter sich darauf einstellt, wird das Leben, die Seele, angezogen.
Dieser Prozess nimmt seinen Anfang, wenn sich der Embryo bildet, und in dem Maße, wie er wächst, wird das Leben bewusst.
Die direkte Bewusstwerdung nimmt der Embryo zwischen dem dritten und dem vierten Monat an.
Die Eltern haben in dem Augenblick des Einstellens eine Verbindung mit dem Weltall, also mit dieser Welt, und diese Verbindung kann allein durch brutale Gewalt unterbrochen werden und das ist geistiger Mord.
Das Leben, das zu dieser Welt zurückgestoßen wird, wird auf diese Art und Weise verflucht, und das werden die Eltern oder der Mensch wiedergutzumachen haben.
Der Mensch, Geist oder Seele, der in jenem jungen Körper heranwächst, ist sich, wie Ihr wisst, nichts bewusst.
Als der Stoffkörper dort geboren wurde, wart Ihr selbst bereits auf dem Weg zu den Sphären.
Innerhalb einer kurzen Zeit, also schlafend, seid Ihr in Euren vorigen Zustand zurückgekehrt und das ist allein für jene, die diese Bewusstwerdung erleben.
Wenn Ihr auf der Erde geboren worden und dort später gestorben wärt, hättet Ihr die Zeit des Heranwachsens auf dieser Seite erlebt, wenn diese auch kürzer ist als auf der Erde.
Das geistige Wachstum geht einher mit den innerlichen Kräften, die der Mensch besitzt, und stimmt sich auf sie ab.
Ein höher abgestimmter Geist, der auf die Erde zurückkehren würde, hat – am Ort seiner Abstimmung angekommen – seinen vorigen Zustand bereits akzeptiert.
Ist Euch das deutlich?“
„Ja“, sagte ich, „aber so erstaunlich.“
„Wir werden zur Erde zurückkehren und dort werde ich Euch alles verdeutlichen.
Mit Hilfe der Meister durfte ich Euch einst mit der Vergangenheit verbinden, jetzt jedoch mit Eurem Geborenwerden und Sterben und der Rückkehr in diese Welt.
Ihr werdet es erst dann akzeptieren, wenn Ihr auch dies erlebt habt.
Seid Ihr bereit?“
„Ja, Meister, ich folge Euch.“
Schwebend kehrten wir zur Erde zurück.
Wie erstaunlich war dieses Problem.
Ich war auf der Erde geboren und vor meiner Geburt zu dieser Welt zurückgekehrt.
Erstaunliche Kräfte des Geistes.
Bald hatten wir die Erde erreicht.
Als ich mich einstellte, sah und fühlte ich, dass wir im Osten waren.
An der Kleidung der Menschen sah ich, wo ich war.
China, sagte ich zu mir, also war ich (in) einem anderen Erdteil.
Als ich meinen geistigen Leiter fragte, ob ich mich richtig eingestellt hatte, bestätigte er dies.
Ich fühlte, dass Meister Emschor sich fortwährend konzentrierte, und ich wusste, dass er mit höheren Mächten verbunden war.
Ich folgte ihm in Stille und nahm wahr.
Für mich sollte sich ein riesiges Problem auflösen.
Wenn die Menschen dies akzeptieren könnten, wüssten sie, wie und wodurch sie zu all diesen Eigenschaften kamen.
Kunst und alle Charaktereigenschaften hatte man sich in einer anderen Lebensabstimmung angeeignet.
Sprache und Land hatten mit dieser Kraft nichts zu tun.
Das Leben kehrte zurück und sollte auf der Erde geboren werden.
Tief war es.
Als ich hier geboren wurde, wusste ich von meinen vorigen Leben nichts, aber tief, ganz tief in mir, da lag es.
Ich fühlte und überblickte dies alles.
Nun schritten wir durch die Straßen einer Stadt und wieder sah ich den astralen Menschen und kannte seine Sehnsucht.
In einer Straße angekommen, betraten wir ein behagliches Haus.
Vor mir sah ich die irdischen Menschen: Mann, Frau und Kinder, und ich fühlte, dass sie im Gebet versunken waren.
Hier fühlte ich die Stille.
„Eure Eltern, Eure Schwester und Eure Brüder“, sagte Meister Emschor zu mir.
„Erfühlt, dass sie es ist, die Euch in all diesen Monaten trug und mit der Ihr verbunden wart.“
Im selben Augenblick, als ich mich darauf einstellte, fühlte ich die Verbindung mit meiner Mutter.
In mir lag Mutterliebe, deutlich nahm ich diese Gefühle wahr. (Wenn sich Lantos mit seiner Mutter verbindet, fühlt er ihre Mutterliebe in sich kommen.)
Heilig war dieser Augenblick für mich.
Trotzdem waren mir all diese Menschen fremd, doch etwas hielt mich gefangen.
Das war die Liebe, die sie alle für das Wesen empfanden, das tot geboren worden war.
Sie sandten reine Gedanken des Wiedersehens und der Verbindung zu mir.
Sie waren überzeugt, dass ich lebte.
Jetzt fühlte ich mich immer tiefer und tiefer wegsinken.
Die Erde sank unter mit weg und die Stille, die in mich kam, war wunderbar.
Doch ich behielt mein Bewusstsein.
Jetzt fühlte ich mich zu meiner Mutter hingezogen und zugleich, dass ich mit ihr verbunden war.
Ich sah mich selbst in meiner Mutter.
Oh mein Gott, wie wunderbar ist alles.
Ich konnte allerdings nur fühlen, aber trotzdem verstand ich es.
Als ich dies wahrnahm, hörte ich meinen geistigen Leiter – durch die Gefühlssprache, die in mich kam – sagen: „Ihr seid eins mit Eurer Mutter, Lantos.
Ich sende nun meine Gefühle zu Euch, um Euch diesen Vorgang zu verdeutlichen.
Ihr seht jetzt, was geschehen ist, Ihr seid mit der Vergangenheit in Verbindung.
Ist Euch das deutlich?“
Ich sandte zu meinem geistigen Leiter zurück: „Ja, Meister, ich verstehe Euch in allem.“
„Ihr seht, Lantos, dass der Embryo beginnt, Gestalt anzunehmen.
Ihr lebt bereits in diesem Stoffkleid und doch ist es erst eine Frucht, die größer und größer wird.
In dem Maße, wie die Frucht wächst, wird das Leben bewusst, und zwischen dem dritten und vierten Monat kommt völlige Bewusstwerdung.
Davon habe ich Euch bereits erzählt.
Das Leben also, das im Stoffkörper lebt, ist die Seele und diese Seele, also der Mensch, hat in verschiedenen Stadien gelebt.
Während dieser Schwangerschaft lebt die Mutter, durch das Wesen, das sie trägt, in einer erhöhten geistigen Abstimmung.
Die Seele oder das Leben hat nun einem Prozess zu folgen und das ist das vollendete Wachstum, danach wartet es auf die Geburt.
Einen Tag vor Eurer Geburt habt Ihr Euch selbst das Leben beendet.
In Euch lag diese Kraft, das ist kosmisch bestimmt, ein Gesetz also, an dem kein Mensch etwas ändern kann.
Das hat mit dem stofflichen Geschehen nichts zu tun.
Die Seele oder das Leben wird zu den Sphären zurückkehren.
Wenn Ihr Euch jetzt auf dieses Geschehen einstellt, könnt Ihr es deutlich fühlen.
Die Macht also, die der Geist oder das Leben besitzt und die sich in einer Umdrehung manifestiert, ist das Beschließen des Lebens und das Zurückkehren zu Eurer eigentlichen Abstimmung.
Millionen von Wesen kehren auf diese Art und Weise zurück und haben die Bewusstwerdung im stofflichen Leben erlebt.
Ich habe Euch schon gesagt, dies gehört zum Kreislauf der Seele, es ist das Abschiednehmen vom dritten Grad des kosmischen Lebens.
Ihr kehrtet zurück, andere aber werden geboren werden.
Hiervon wissen wir und der Mensch kehrt zu einem bestimmten Zweck dorthin zurück, sei es, um zu lernen, sei es, um der Erde etwas Schönes zu bringen, was kosmisch festgelegt ist.
Auf der Erde denkt man, dass eine stoffliche Störung eingetreten ist, wenn ein Kind tot geboren wird.
Das ist jedoch nicht wahr, denn das Leben sollte und musste zurückkehren.
Hier wurdet Ihr geboren, dies sind Eure Mutter und Euer Vater, Eure Schwester und Eure Brüder.
Ihr fühlt gewiss, dass wir alle Brüder und Schwestern sind und dass das Vater- und Muttersein im geistigen Leben keine Möglichkeit des Daseins mehr hat, denn die Vater- und Mutterliebe geht in die universelle Liebe über.
Nun lasse ich Euch zurückkehren und werde Euch die weiteren Wirkungen und Geschehnisse verdeutlichen.“
Ich fühlte, dass mein bewusstes Leben zurückkehrte.
Langsam vollzog sich dieser Prozess und ich fühlte die mächtige Konzentration, die in mir lag, dass ich nicht auf der Erde geboren werden sollte.
Danach sah ich, wie ich mein Leben selbst beendete.
Erstaunlich und erhaben war dieses Geschehen.
Als ich zu mir kam, hielt ich die Hand meines geistigen Leiters in der meinen.
Ich verstand, weswegen er dies getan hatte.
Von Gefühl zu Gefühl sah ich dieses Wunder, und was er durch noch höhere Mächte wahrnahm, fühlte ich und es ging in mich über.
Ein Prozess hatte sich vollzogen, von dem der Mensch auf der Erde nichts wusste und auch nichts verstehen oder akzeptieren konnte.
Im Leben nach dem Tod lag das Geheimnis und dieses Geheimnis kannten und fühlen die kosmisch Erwachten, die Mentoren, die ich hatte wahrnehmen dürfen.
Abermals wurde ich mit meinem geistigen Leiter verbunden.
„Nehmt wahr“, sagte er, „jetzt aber werdet Ihr das Zurückkehren und das Erwachen im Geist erfahren.“
Deutlich sah ich meine Mutter und dass ich in ihr war und ich verfolgte das Wirken des jungen Lebens.
Dann sah ich, dass es einige Drehungen machte und selbst sein Leben beendete.
Der junge, kleine Körper erstickte bei der Mutter und die Gefühle hiervon kehrten jetzt in mich zurück.
Ich fühlte, was ich tat, ein bestimmter Drang, eine bestimmte Kraft trieben mich dazu und ich handelte entsprechend.
Nun sah ich, wie das Leben sich befreite und ich sah ein junges geistiges Wesen sich aus dem Körper meiner Mutter lösen.
Im selben Augenblick, da ich dies wahrnahm, sah ich einige Wesen und unter ihnen meinen geistigen Leiter.
Nun verstand ich dieses Geschehen.
Als der Geisteskörper sich gänzlich befreit hatte, zerriss die geistige Schnur und löste sich auf wundersame Weise auf.
Das junge Leben war auf der Erde gestorben, aber im Geiste geboren.
Den Wesen, die mich zu den Sphären trugen, folgte mein eigener geistiger Leiter.
Von dem Augenblick an, da man von der Erde fortgegangen war, sah ich, dass es heranwuchs.
Immer weiter vollzog sich dieser Wachstumsprozess.
Um das Wesen herum lag ein dichter Schleier und in diesem lag das Wesen in einem tiefen Schlaf versunken.
Dann näherten wir uns den Sphären des Lichts und betraten die zweite Sphäre.
Auf meinem eigenen Ruhebett wurde ich niedergelegt.
Ich sah dies alles geschehen.
Langsam bekam ich meinen früheren Zustand zurück.
Wie normal, wie natürlich war dieses Geschehen, dieses Wunder Gottes.
Ich sah, dass sich der dichte Schleier auflöste und mein Geisteskörper größer wurde.
Danach betete ich in Stille und dankte meinem Allmächtigen Vater innig, dass ich dieses heilige Geschehen erleben durfte.
Erstaunlich war dieser Wachstumsprozess.
Bald erlebte ich mein Erwachen in den Sphären.
Noch war ich nicht in mein eigenes Leben zurückgekehrt.
Ich sah dies alles geschehen.
Nun nahte das Ende und mit diesem Ende mein Erwachen im Geist.
In dem Augenblick war es, dass mein geistiger Leiter zu mir sprach.
Dies alles wusste ich.
Wieder sah ich mich einschlafen und nach einiger Zeit erwachte ich auch daraus und war wie neugeboren.
Ein mächtiges Problem hatte kennengelernt und erlebt, wie ein Mensch auf der Erde geboren wird und wieder zur geistigen Welt zurückkehrt.
Das ist kosmische Weisheit und ist heilig.
Es ist Gottes Heilige Leitung und Allmacht, die dies alles lenkt.
Ich sank nieder und dankte nochmals meinem Gott für alles.
Als ich mein Gebet beendet hatte, sah ich zu meinem geistigen Leiter auf und dankte auch ihm für dieses Geschehen.
„Ach, wenn die Menschen das akezeptieren wollten“, sagte ich.
„Das ist möglich, Lantos, und es gibt ihnen Halt, denn sie werden das irdische Leben anders als vorher erleben.
Sie werden nicht mehr traurig sein, wenn ein junges Leben dahingeht.
Alles ist Gottes Willen.
Hört nun weiter, Lantos.
Jetzt, da Ihr dies alles erlebt habt, dürfte Euch klar sein, dass der Mensch oder die Seele aus dem Unbewussten angezogen wird und die Seele für die eine oder andere Aufgabe zur Erde zurückkehrt.
Zwischen dieser Welt und der Erde, dieser Abstimmung also, liegt und lebt Gottes heilige Macht.
Diese Macht und Kraft sind Gesetze, von denen auch die Meister nichts wissen.
Darin liegt das Geheimnis, was die Seele im irdischen Leben erleben und empfangen wird.
Von dort aus kommt es auf die Erde und nun treten Gottes Gesetze zutage, und diese sind, wo die Seele leben wird.
Ihr lebtet in China, in Eurem vorigen Leben im Westen, davor in Ägypten und in vielen anderen Erdteilen.
Davon wissen weder der Geist noch der Mensch etwas.
Die Meister können sich also, ehe die Seele die Welt des Unbewussten betritt, mit jenem Leben verbinden und sich durch Konzentration auf die Erde einstellen, wodurch sie dem Leben folgen können.
Soll die Seele Reichtum besitzen, so kann kein Mensch daran etwas ändern.
Es wird auf der Erde in diesen Zustand hineingeboren werden.
Die Tiefe all dieser Probleme ist erst ab dem vierten kosmischen Grad festzustellen.
Doch kein Wesen, das auf diesem Planeten lebt, Ihr wisst dies bereits, hat Verbindung mit der Erde, denn sie wissen, dass es Gottes Gesetze sind, und (sie) werden diese Gesetze zu achten wissen.
Wird die Seele auf Erden wiedergutmachen müssen, dann wird dies geschehen.
Soll es mit fünf, mit zehn oder in einem späteren Alter dort sterben, auch das ist festgelegt und wird geschehen.
Kein Wesen auf der Erde besitzt diese Konzentration, auch nicht, wenn man all diese Gesetze und Geschehnisse kennt, um das erhöhte geistige Wesen zu sich zu ziehen.
Das sind Gottes Gesetze, weder Seele noch Geist – wie hoch (sie) auch gekommen (sein mögen) – weiß etwas darüber oder kann darin eine Änderung herbeiführen.
Bei guten und spirituellen Eltern nimmt das tierhafte Leben das Stoffkleid an.
Im Leben auf der Erde ist dies sehr deutlich festzustellen.
Menschen beten und bitten Gott, ihrem Kind, das geboren werden wird, geistige Gaben zu schenken.
Doch daran ist durch Beten nichts zu ändern.
Wenn dies geschieht, ist es ein Gesetz.
Die Tiefe dieses mächtigen Prozesses kennt allein Gott, ist ein Heiliges Gesetz, welches die Allkraft ist.
Worin sich die Seele auch befindet, alles dient dazu, sich durch das Stoffleben geistige Liebe zu eigen zu machen.
Der Mensch wird immer wieder zurückkehren, bis er den dritten kosmischen Grad innerlich trägt, und dann ist sein Kreislauf der Erde zu Ende.
In diesem Leben geht die Seele weiter und die ganzen anderen und höheren Sphären sind Euch bekannt.
Ihr wisst auch, dass der Mensch, wenn er auf dieser Seite in die tiefste Finsternis eingeht, sich schon auf dieser Seite entwickeln und die höchsten Sphären erreichen kann.
Euer eigenes Leben gibt Euch dafür ein Beispiel.
Doch aus den höchsten Sphären ist es dennoch möglich, auf die Erde zurückzukehren und dort eine Mission zu vollbringen.
In der Sphäre der Selbstmörder ließ ich Euch dies fühlen, es war in dem Augenblick, da beide Möglichkeiten in Euch bewusst wurden.
Die eine Möglichkeit ist ein Gesetz, die andere eine Gnade, eine Mission, eine Aufgabe.
Ein Mentor nun wie Cesarino kann auf die Erde zurückkehren und die Bewusstwerdung erleben, so auch dort bis zum gewünschten Alter heranwachsen, wenn die Seele mit den Naturgesetzen in Harmonie bleibt.
Blitzartig kann die Seele, jenes höher abgestimmte Wesen also, zu ihrer eigenen Sphäre zurückgehen und in ihre frühere Abstimmung übergehen.
Je höher der Mensch also gekommen ist, desto schneller vollzieht sich dieser Prozess, und er geschieht nach der inneren Kraft, und zwar der Liebeskraft, die das Wesen besitzt.
Der Geist, oder die Seele, welche in die Welt des Unbewussten eintritt – Ihr habt jenes Geschehen erlebt – steigt in eine tiefe Abstimmung hinab und kehrt zurück zu einem Funken von Licht, von Leben, wird kleiner und kleiner, wie Euer eigenes Kleid, also Euer Geisteskörper, den Ihr habt heranwachsen sehen.
Von dieser Seite aus steigt es in jenen unerklärlichen Zustand hinab und von der stofflichen Verbindung – der Befruchtung – an wachsen Seele und Körper natürlich heran und so wird der Mensch auf der Erde geboren.
Das Geschlechtswunder ist ebenfalls ein kosmisches Gesetz, das allein Gott kennt und das die Seele erlebt.
Es ist nicht möglich, dies auf der Erde im Voraus zu bestimmen.
Wir aber wissen es, und was ich Euch nun erzählen werde, ist das Unglaublichste an diesem mächtigen und heiligen Prozess: Dass die Seele in beiden Körpern dort geboren werden wird.
Wenn eine Mutter mehrere Kinder gebiert, ist dies ein Ereignis, das mit den stofflichen Organen zusammenhängt und ausschließlich damit zu tun hat.
Sobald also eine Befruchtung stattfindet, senkt sich von dieser Seite das Leben in den Stoff hinein und die Frucht zieht, da sie durch den Menschen zustande gebracht worden ist, das Leben an.
Dies gilt für Tier und Mensch.
Doch der Mensch stimmt sich auf das erhöhte und vollkommene göttliche Wesen ab.
Das Tier aber gehört zu seiner eigenen Abstimmung des tierhaften Lebens, auch wenn Wirkung und Befruchtung, das Hinabsteigen des Lebens und das In-Besitz-Nehmen des Stoffkörpers, ein und dieselbe Wirkung sind.
Aber all jenes Leben ist Gottes heiliges Leben.
Die Seele steigt also in beide Körper hinab.
Fühlt Ihr die tiefe Bedeutung dieses Wunders?
Es dürfte Euch dann klar sein, dass die Seele in dem einen Leben den männlichen Körper besitzt und in einem anderen das weibliche Wesen repräsentiert.
Die Tiefe dieses mächtigen und heiligen Problems ist nicht zu ergründen.
Aber die Meister wissen es, und wir alle, die wir uns mit dem Menschen auf der Erde verbinden können, fühlen und sehen, dass dies die Wahrheit ist.
Die Mutterliebe nun ist jene mächtige Kraft, Gottes Heilige Schöpfung, durch die die Seele in ein erhöhtes geistiges Stadium tritt und sich dann jenen Besitz zu eigen machen kann.
Alles, was die Seele also auf der Erde erlebt, dient dazu, aus dem Tierhaften ins Grobstoffliche, ins Geistige einzutreten.
Wenn nun der Mensch auf der Erde sich fragt, wie komme ich an all diese Eigenschaften, dann hat das Leben sich diese in früheren Leben angeeignet, und das alles hat zum Ziel, geistig zu erwachen.
Wir wissen, dass man sich alles zu eigen machen muss, indem man es erlebt und es lernt und dass man zugleich akzeptieren muss, dass man sich in einem kleinen und kurzen irdischen Leben nicht all dieser Eigenschaften bemächtigen kann.
Tausende von Jahren braucht die Seele dafür, und was sind tausend Jahre auf dieser Seite?
Gott schenkt all Seinen Kindern und allem anderen Leben diese Gnade, sodass die Seele wiedergutmachen kann, was in einem früheren Leben zerstört worden ist.
Es ist Gott, der dem Menschen auf der Erde die Gnade gibt, sein abgebrochenes Werk an dieser Seite fortzusetzen.
Stets ist es Unser Heiliger Vater, der uns Kinder leitet und uns zeigt, was das Beste für uns ist.
Es ist Gott, der der Seele die Gnade gibt, die Mutterschaft zu erleben und sich diese Liebe, das Heiligste, was Gott geschaffen hat, zu eigen zu machen.
Das ist das Leben auf der Erde, mein Lantos, und der Kreislauf der Seele ist das stoffliche, ist das geistige und kosmische Leben.
Ist Euch alles, was ich Euch mitgeteilt habe, verständlich, mein Bruder Lantos?“
Da ergriff ich beide Hände meines geistigen Leiters und Meisters und sagte: „Ich verstehe Euch vollkommen, Meister, ich könnte nichts anderes fühlen.
Dies alles zu erleben bewirkt, dass man es akzeptiert.“
„Ich danke Euch, dann gehen wir weiter.“