Die Vergangenheit

Meine Eltern gingen zurück zur Erde und das verstand ich.
Ich hörte sie dort bereits rufen: „Warum und wozu kann Gott dies gutheißen?“
Es war mir nun klar.
Diese ganzen anderen Fragen und Begebenheiten würde ich solange in meinem tiefen Inneren ruhen lassen.
Eine nach der anderen lösten sie sich auf.
Ich würde genau so lange fortfahren, bis ich leer war und keine Fragen mehr in mir waren.
Dann würde ich schon weitersehen.
Jahrhunderte hindurch hätte ich nachdenken können, doch ich musste weiter, immer weiter.
Ich konzentrierte mich auf mein eigenes Leben.
Wohin, Lantos?
Bis hierher bist du gekommen, nun weiter!
Nun konzentrierte ich mich auf die astrale Welt und trat nach einem kurzen Augenblick dort ein.
Ich folgte der Stimme meines Herzens und diese Stimme führte mich an den Ort, an dem ich geboren worden war.
Ich wollte alles über meine Jugend wissen.
Ich hatte bereits gelernt, mich auf verschiedene Art und Weise zu orientieren, sodass es wie von selbst ging.
Ich schwebte über die Erde und fühlte, dass ich dieses Land verließ.
In nichts spürte ich irgendeine Behinderung, ich ging überall hindurch.
Ich wusste, dass ich an den Ort gelangen würde, wo ich meine Jugend verbracht hatte.
Unfehlbar waren diese Kräfte.
Ich war gespannt, wie alles dort sein würde.
Meine Eltern lebten auf dieser Seite und ihr Besitz war natürlich in andere Hände übergegangen.
Aber in welche Hände?
Wie war ihr Ende auf der Erde gewesen, waren sie auf normale Art und Weise gestorben?
Und Marianne?
Auch das wollte ich wissen, kurzum, alles, was zu ihrem und meinem Leben gehörte, zumindest, wenn das möglich war.
Wohin ich auch sah, überall war Leben.
Wenn ich in hohem Tempo vorwärtsging, sah und fühlte ich nichts von allem.
Doch wenn es langsam ging, sah ich den astralen Menschen, der sich so fortbewegte wie ich, sofern wir dieselbe Abstimmung hatten.
Sonst war es nicht möglich.
Jeder folgte seinem eigenen Weg.
Der eine, um zu helfen, ein anderer, um das Leben zu vernichten.
Wieder andere, um bewusst zu werden, wie ich.
Denn ich war nicht bewusst, ich war noch ein lebender Toter.
Bewusstwerdung, ja, das war es, was ich mir zu eigen machen wollte.
Ich fühlte nun, dass das Ende nahte, und betrat meinen elterlichen Besitz.
Ich hatte meine Gedanken hierauf gerichtet und so war ich dorthin gelangt.
Sofort ging ich zu meinem elterlichen Haus, dort würde mir die Vergangenheit entschleiert werden.
Das hatte mir Emschor versprochen und er würde sein Wort halten, daran zweifelte ich nicht.
Ich wandelte wieder auf meinem eigenen Besitz, auf dem Boden, der unter meinen Füßen brannte, und den ich einst zurückgelassen hatte.
Nun war jedoch alles anders.
Wo einst meine elterliche Wohnung stand, war nun eine Ruine.
Konnte das sein, war ich wohl richtig?
Die alte Burg war ein Trümmerhaufen.
Doch ich fühlte, dass dies mein elterliches Haus war, wo ich einst gelebt hatte.
Was war hier geschehen?
Ich wollte weggehen, fühlte jedoch, dass die vertraute Kraft in mich kam.
„Bleib“, hörte ich, „ich komme gleich zu dir.“
Tatsächlich, dies hatte ich schon einmal gesehen, und ich dachte an die Zeit, als ich diese Vision erlebt hatte.
Das war, als ich fortging, und nun sah ich, dass das, was ich gesehen hatte, (die) Wahrheit war.
Aber von was unser Haus zerstört worden?
Von den Elementen?
Ich hatte es einst gesehen, war dann nach Hause zurückgegangen, hatte aber bemerkt, dass nichts geschehen war.
Nun waren nur noch die Fundamente übrig von dem, was einst eine stolze Burg gewesen war.
Ich fühlte nun, wie die Kraft meines Meisters in mich kam, und sagte in Gedanken zu ihm: „Willkommen, Meister, ich bin dir sehr dankbar.“
Danach hörte ich, wie gesagt wurde: „Ich bin es, Lantos, Emschor.“
Ich fragte: „Bin ich falsch, Meister?“
„Nein“, war seine Antwort, „du bist hier richtig.
Hier hast du gelebt, von hier aus bist du in die weite Welt gegangen.
Die Stimme deines Herzens betrügt dich auf dieser Seite nie, wenn du ihr weiterhin folgst, du brauchst nur zu lauschen.“
„Darf ich dir Fragen stellen?“
„Frag, so viel du willst, ich bin bereit.“
Ich fühlte, wo ich anfangen musste, denn ich sah mein ganzes Leben vor mir.
Meine erste Frage lautete: „Warum empfand ich in meiner Jugend diese plötzliche Abneigung gegen alles, was reich war, gegen diese Kinder und diese Feste?
Woher kamen diese Gefühle?
Kannst du mir darauf antworten?“
„Ich werde dir antworten, hör zu und versuche, mich zu verstehen.
Ich war es, Lantos!“
„Du?
Warum tatest du das?“
„Diese Gefühle lagen in dir, doch ich weckte sie.
Diese unbegreiflichen Kräfte gehörten zur Vergangenheit.
In diesem Leben solltest du in ein anderes übergehen, und zwar in das Leben, in dem du gelebt und das du bereits absolviert hast.
Ich meine also dein letztes Leben auf der Erde.
Ich tat nichts anderes, als dir diese Kräfte bewusst zu machen.
Ich wirkte auf dich ein, du handeltest entsprechend.
Der Mensch kommt mit einem festen Ziel auf die Erde, um, wie ich dir bereits sagte, wiedergutzumachen.
In dir lag nun diese Kraft, es war also dein Willen, ein anderes Leben zu akzeptieren.
Du bist in diese geistige Abstimmung gekommen, jedoch in dem Leben davor, nicht in dem Leben, in dem du dich von deinem stofflichen Leben befreit hast.
Ich bleibe aber bei deinem letzten Leben, nachher wirst du die ganzen anderen Leben wahrnehmen können, von denen ich gerade gesprochen habe, und ich kann dich bewusst verbinden.
Frage mich, wenn dir das, was ich gerade gesagt habe, nicht klar ist, ich werde dir antworten.“
„Wenn ich dich richtig verstanden habe“, sagte ich, „dann bin ich in jenem Leben auf die Erde gekommen, um mich davon zu befreien und unserem Besitz zu entfliehen?“
„So ist es, sehr deutlich gefühlt.“
„Ist das ein Gesetz?“
„Das Gesetz von Ursache und Wirkung.“
„Danke“, sagte ich.
„Hast du mir in allem geholfen?“
„Ja, in allem.“
„Auch in der Kunst?“
„Auch mit ihr.“
„Dann habe ich dir viele Fragen zu stellen.“
„Fahre fort, Lantos, ich stehe zu deiner Verfügung.“
„Sag mir, Meister, war ich in einem früheren Leben Künstler?“
„Ja, im Alten Ägypten.“
„Was sagst du?“
„Im Alten Ägypten.“
„Wie erstaunlich und merkwürdig ist das, was du da sagst.“
„Für dich sind es Wunder, doch all diese Wunder und Probleme sind Lebenswahrheiten, welche die Seele erlebt hat.“
„Weißt du, wo ich mir diese Kunstgefühle angeeignet habe?“
„Auch das wirst du erleben.“
„Danke“, sagte ich, „kannst du mir davon schon erzählen?“
„Nein, an dem Ort, wo du gelebt hast, also später.“
„Geschieht das auf dieselbe Art und Weise, wie ich es schon erlebt habe?“
„Ja, dort kann ich dich mit der Vergangenheit verbinden, hier ist es schwierig.“
„Kannst du mir erklären, warum ich in meiner Jugend so war?
Ich meine, was beschützte mich und woher kam die Verachtung für mein Geschlecht?“
„Das hängt mit deiner ersten Frage zusammen.
In dir lag das Gefühl, fortzugehen.
Du wolltest dich losmachen, aber in deiner Jugend hast du das nicht erfühlen können.
Dies war alles zu tief, selbst jetzt würdest du die Tiefe dieser Gefühle nicht ergründen können.“
„Nein“, sagte ich, „das kann ich nicht, aber ich fühle, was du meinst.
Ich danke dir, Meister.
Du hast mich also auch hierin geweckt?“
„Ja, durch Bewusstmachen dieser Gefühle fühltest du, was du tun müsstest.
Die Verachtung für unser Geschlechts manifestierte sich dadurch, dass du das Höhere suchen wolltest.
Ist dir das deutlich.“
„Ja, ich verstehe dich.
Aber wenn diese Gefühle nicht in mir gewesen wären, was dann?“
„Dann wären viele Jahrhunderte vergangen.
Trotzdem wärst du in diesen Zustand der geistigen Kraft gekommen.
Das ist unvermeidlich.
Diese Gefühle hast du dir folglich in anderen Leben zu eigen gemacht.
Jeder Mensch wird früher oder später in ein und dieselbe Gefühlsabstimmung kommen.
Er wird es auf andere Art und Weise erleben, aber alles läuft darauf hinaus, dass er es innerlich, und zwar unbewusst, doch selbst will.
Darum ist der Mensch tief und (darum) sind dies Probleme für ihn.
Doch all diese Probleme, wie ich schon sagte, haben eine Bedeutung, und zwar diese: Es ist das Übergehen in eine höhere Abstimmung, die sich der Mensch in anderen Leben zu eigen gemacht hat.
Das gehört zum Kreislauf der Erde.
Was der Mensch in dem einen Leben einem anderen gestohlen hat, wird er in einer anderen Situation wiedergutmachen müssen.“
„Habe ich denn diesen Besitz, den ich nicht wollte, anderen gestohlen?“
„Nicht du, sondern ich.“
„Aber was habe ich dann mit all dem zu tun?“
„Du warst mein Sohn.“
„Was sagst du, ich war dein Sohn, dein Kind?“
„Mein Kind, Lantos.
Du bist mein Junge, doch das ist Jahrhunderte her.“
„Du gehst immer tiefer.
Du erzählst mir Wunder, nichts als Wunder und Probleme.
Ich, dein Kind?“
„Mein Junge, mein Kind, Lantos.“
Probleme, dachte ich, von denen ich niemals hätte träumen können.
„Ist der Mensch denn kein Wunder?
Kein Problem?
Ich will es dir später erklären.
Fahre fort, dann kannst du das alles besser verstehen.“
„Du sagst, dass alle Menschen das erleben.
Werden auch sie geführt?“
„Jeder, weil der Mensch mit Tausenden von anderen in Verbindung ist und all diese Menschen damit zu tun haben.
Doch von dieser Seite wird der Mensch, also die Seele, auf der Erde beeinflusst.
Sofern dies möglich ist.
Sie sind also in diese erhöhte Abstimmung gekommen, sonst ist es nicht möglich.“
„Manchmal waren Gedanken in mir, die schneller waren als ich.
Kannst du mir das erklären?“
„Es war meine starke Konzentration, die durch dich sprach.“
„Ich danke dir, Meister, ich verstehe dich vollkommen.
Du hast mich erreichen können.“
„Richtig, wie jetzt, da diese Einwirkung die gleiche ist.
Du weißt nun, wie man sich von dieser Seite aus mit dem Menschen auf der Erde verbindet.“
„Also darum wurde mein Kunstgefühl wieder bewusst?“
„Sehr gut gefühlt, nur dadurch.“
„Merkwürdig ist alles, erhaben und tief.“
„Du erlebst Wunder, und diese kannst du nur dadurch erleben, dass ich mich mit dir verbinde.
Eine höhere Abstimmung kann sich mit denen, die unter ihrer eigenen Lebensabstimmung leben, verbinden.
Das wird dir jetzt klar sein.
Übergehen und verbinden, dadurch wirst du bewusst.
Du wirst diese Kräfte kennenlernen.
Erst dann wirst du in ein anderes und höheres Leben eintreten, wo dich großes Glück erwartet.
Vergiss das nie.“
Noch immer sah ich mich selbst.
Es war wunderbar, was ich nun erlebte.
Da hörte ich: „Du siehst durch meinen Willen und meine Kräfte.“
Ich fragte: „Du weißt stets, woran ich denke, ist das so einfach?“
„Hast du das nicht bei anderen getan?“
„Ja, ich habe es schon erlebt, aber es immer und immer wieder zu erleben, das ist gerade das Erstaunliche, und darüber kann ich nicht genug nachdenken.“
„Du siehst, Lantos, wie schön diese Kräfte sind.“
„Ich will sie mir zu eigen machen, Meister.“
„Fahre so fort und suche das Gute, dann wird es sich in dir verändern.
Indem du dich veränderst, wirst du das Leben erfühlen, wirst du dein Haupt neigen vor Ihm, der dies alles lenkt.“
„Es ist wie in einem Traum, dieses Erleben.
Ist das richtig empfunden?“
„Das Leben vor dir, also deine Jugend, siehst du in visionärem Zustand.
Du bist vom Geist her hell, aber durch meine Kräfte.
Aus eigenen Kräften wirst du das nicht können.
Nur dadurch, das Gute zu wollen, wirst du sie dir aneignen.
Ich komme hierauf immer wieder zurück, weil es die einzige Möglichkeit ist, höher kommen zu können.“
„Du hast es nicht mit einem Undankbaren zu tun, Meister.
Ich will, ich bin davon überzeugt.
Du bist Liebe, Meister, und hast lieb, mehr als ich.“
„Sollte ich meinem eigenen Kind nicht in Liebe beistehen?
Würdest du anders handeln?
Würden Eltern, wenn sie wissen und wenn sie all diese Wunder und Probleme kennen, nicht handeln wie ich?
Ist die Liebe nicht die Kraft, die uns verbindet, die Berge versetzt und uns und alles Leben leben lässt?
Die uns verbindet mit dem Höchsten, was es gibt, mit unserem Vater, der im Himmel ist?
Dahin führt unser Weg.“
„Ich bin arm an Liebe, Meister, noch bin ich arm“, worauf ich hörte: „Doch du bist dabei, dir diese Liebe zu erobern.
Du willst, dass man dir hilft, das ist bereits ein großer Besitz.
Das besagt, dass du bereit bist, dein Kreuz zu tragen, und indem du es trägst, beugst du dich vor höheren Mächten.
Das ist der Weg, der einzige Weg, mein Junge.“
„Bin ich also noch unbewusst?“
„Leider, du bist ein lebender Toter.“
„Es ist hart“, sagte ich, „das hören zu müssen.“
„Diese Härte wirst du ablegen.
Durch Erleben des Lebens wirst du dich verändern.
Tue immer das Gute, sonst ist das unmöglich.“
„Also, die Menschen auf der Erde sind nicht bewusst?“
„Nein, keiner von ihnen.
Von all diesen Millionen Wesen, die jetzt auf der Erde leben, ist nicht ein Einziger geistig bewusst.
Erst dann, wenn der Mensch in die erste geistige Abstimmung auf dieser Seite eintritt, erhält er Bewusstsein.
Jenes Bewusstsein ist die Liebe, die sie besitzen; indem sie Gutes tun und für andere leben, sind sie so weit gekommen.“
„Ich habe noch nichts für andere getan“, sagte ich.
„Auch diese Zeit steht bevor.
Bald wirst du etwas für andere tun, hab nur Geduld.
Hier kannst du nur das tun, was innerlich in dir ist, was du fühlst, was in dir lebt, und diese Kraft ist Liebe.
Allem Leben gegenüber Liebe zu empfinden, das lässt dich erwachen.“
„Ich fertigte in meiner Jugend meinen Gott, warum tat ich das?
Kannst du mir das erklären?“
„Schon in deiner Jugend lag die Sehnsucht nach Glück und nach dem Höheren in dir.
Also Sehnsüchte, die sich auf diese Art und Weise manifestierten.
Du wolltest das Leben kennenlernen, so auch Gott.
Doch du hast diese Gefühle nicht verstanden, aber sie haben diese Bedeutung.“
„Hast du mir auch dabei geholfen?“
„Ja, ich spornte dich an, das höhere Leben zu suchen, und jeder Gedanke, den du dafür hegtest, machte dich wach und zwang dich, jenem Weg weiterhin zu folgen.“
„Ich danke dir, Meister, ich verstehe das, auch jetzt bin ich nicht anders.“
„So ist es.
Du bist jetzt bewusst, doch in jener Zeit handeltest du unbewusst.“
„Du sagst, dass ich jetzt bewusst bin, und vorhin, dass ich ein lebender Toter bin, was soll ich daraus schließen?“
„Schaust du nicht in deine Jugend?“
„Doch, das alles spielt sich vor mir ab, ich sehe und fühle es.“
„Nun, du bist dir dessen bewusst, aber durch meine Kräfte.
Du siehst, hörst und fühlst, doch jenes Sehen, Hören und Fühlen ist kein geistiges Bewusstsein.
Du hast noch immer keinen Besitz.
Wenn das so wäre, wärst du in einer anderen Sphäre, und zwar in den Sphären des Lichts.
Doch es herrscht noch stets Finsternis um dich herum und darum bist du nicht geistig bewusst.
Dieses Bewusstsein kommt also, weil ich dich verbinde.
Deshalb wissen wir, dass der Mensch auf der Erde nicht bewusst ist.
Sie sind dort lediglich stofflich bewusst, haben stofflich lieb, und das ist somit ein anderes Bewusstsein.
Wenn ich von geistigem Bewusstsein spreche, dann bedeutet dies deine ewige Abstimmung.
Noch fühlst du irdisch, also stofflich.
Wir kennen das stoffliche Leben, also stoffliches Bewusstsein, geistiges Bewusstsein und kosmisches Bewusstsein.
Du lebst noch immer in deinem stofflichen Leben und wirst nunmehr jenes Leben ablegen.
Du wirst danach streben, dir ein anderes Bewusstsein anzueignen.
Ist dir das deutlich?“
„Ja, ich fühle, was du meinst, danke.
Wenn ich in meiner Jugend ich selbst gewesen wäre, denn ich erinnere mich an diese Gefühle, hättest du dich dann zurückgezogen?“
„Ja, dann wärst du du selbst gewesen.
Vergiss nicht, dass der Mensch einen eigenen Willen hat und dass der höhere Geist dein Leben nicht beeinflussen kann und wird, weil er das weiß.
Du wirst selbst handeln müssen, wir können dich lediglich beschützen und leiten.
Dein Inneres kann also von uns nicht verändert werden.
Kein einziger Geist kann die Lasten der Menschen tragen.
Jeder Mensch trägt sein eigenes Kreuz.
Trotzdem können wir helfen, indem wir dich in diese Richtung leiten.
Es liegt also nicht in meiner Macht, dich komplett so leben zu lassen, wie ich es mir wünschte.
Das ist nicht möglich und deshalb empfandest du zwei widersprüchliche Gefühle, die dennoch miteinander zu tun hatten.
Wenn ich fühlte und sah, dass du den verkehrten Weg einschlagen würdest, half ich dir, indem ich dich zu dem anderen Weg anspornte.
Ich wirkte in Stille auf dich ein, was du deutlich gefühlt hast.“
„Ich machte Sonne und Wolken, warum tat ich das?“
„Du suchtest, du ersehntest geistiges Glück.“
„Hängt das mit meinem Tun und Lassen in vielen anderen Dingen zusammen?“
„Mit deiner ganzen Jugend, in all deinen Gefühlen lag dieser Drang.“
„Stundenlang starrte ich in den Himmel, gehörte auch das dazu?“
„Ja, die Sehnsucht, zu wissen, Gott kennenzulernenen, geistiges Glück zu besitzen, brachte dich in diesen Zustand.“
„Als damals meine Sonne verregnet war, fühlte ich, dass dies mit meinem Leben zu tun hatte; wie jung ich auch war, ich fühlte es dennoch.
War das die Wahrheit?“
„Du hast es bereits erlebt, du weißt, dass dein Leben zerstört wurde.
Doch ich ließ es dich in deiner Jugend fühlen.“
„Du wusstest es schon lange im Voraus?“
„Ja, ich blickte in dein Leben.“
„Das ist merkwürdig, du blicktest weit voraus.“
„Ich machte dir bereits klar, dass der Mensch zu ergründen ist, aber nur dann, wenn man selbst diese Kräfte besitzt.
So, wie du nun wahrnimmst, blickte ich in dein Leben.“
„Du konntest also nicht eingreifen?
Ich meine, hättest du mein Leben nicht verändern können?
Musste dies geschehen?“
„Ja, alles ist festgelegt, das ist ein göttliches Gesetz.
In deinem vorigen Zustand, in der Welt des Unbewussten, habe ich dir das deutlich gemacht.
Du kehrtest also mit einem festen Ziel zur Erde zurück und daran ist nichts zu ändern.
Auch nicht durch einen Geist oder einen Menschen, wie hoch sie auch gekommen sind.“
„Wenn ich es richtig erfühle, hat mein Hinübergehen, als ich meinem Leben selbst ein Ende setzte, keine Bedeutung und fällt aus diesem Gesetz heraus?“
„Nein, du wärst zu deiner Zeit gestorben.“
„Ich handelte also selbst, nicht unter kosmischem Einfluss?“
„Sehr richtig gefühlt, so ist es.“
„Dieses ganze Leiden ist also vergebens gewesen?“
„Nein, das nicht, du wurdest wachgerüttelt.“
„Ja, ich habe gelernt, wie schrecklich es auch war.
Aber woher kannte mich derjenige, der mich dazu anspornte?“
„Aus einem anderen Leben.“
„War er sich dessen denn bewusst?“
„Ja.
Hör gut zu, ich werde es dir erklären.
Warst du dir deines Kunstgefühls bewusst?“
„Ja, das war ich.“
„Nun, warum dann er nicht?
In ihm lag Hass, ein Hass gegenüber dem einen oder anderen Menschen.
Dieser Mensch warst du.
Er hasste dich, konnte dich hassen, weil du ihn einst, das liegt weit zurück, gequält hast, ihn gefoltert hast.
Jene Kräfte und Gefühle lösen sich allein dann auf, hören auf zu bestehen, wenn alles wiedergutgemacht ist.
Du solltest ihm in deinem irdischen Leben begegnen und das ist geschehen.
Alles also, mein Lantos, Ursachen und Wirkungen.
Die Folge einer einzigen Ursache hast du erlebt.
Er wusste, was dich erwartete, und darum, nur darum, warst du mit ihm in Verbindung.
Du hast ihn einst gefoltert – das wirst du gleich sehen –, und deshalb musstest du etwas wiedergutmachen.“
„Aber wenn ich meinem irdischen Leben nun kein Ende gesetzt hätte, was dann?“
„Dann hättest du erlebt, dass die Dämonen dich auf dieser Seite erwartet hätten.
Du wärst überfallen worden und sie hätten dich weggeschleppt, gefoltert und geschlagen.
Doch auch dann hättest du die Ursache dieses Geschehens gefühlt.
Danach ist er dann auch fortgegangen, in ihm und in dir hatte sich etwas verändert.
Die Vergangenheit löste sich darin auf, so auch das Gesetz von Ursache und Wirkung, so auch der Mensch, die Seele, die dies erleben sollte und die (etwas) wiedergutzumachen hatte.
Unbewusst wurde er zu dir hingezogen, doch später wurde ihm alles bewusst, und dieses Gefühl ging zum Bewusstsein über.
Denn bist du kein Künstler geworden?
Waren das nicht deine Sehnsüchte?
Ist das nicht geschehen?
Gefühle also, jedoch Ursachen und Wirkungen, gar nichts anderes.“
„Werde ich wissen, warum und wie das in der Vergangenheit geschehen ist?“
„Später, wenn ich dich mit der Vergangenheit verbinden kann.
Du wirst dann froh sein, dass dies bereits vollbracht ist, dass du (es( wiedergutgemacht hast.“
„Dann wären mein Tod und mein Übergang einige Jahre später gekommen?“
„Sehr gut, du hast es richtig gefühlt, so ist es.“
„Das ist mir nun ganz klar, Meister, und ich danke dir.
Hast du auch auf meine Eltern eingewirkt?“
„Nein, sie erlebten ihr eigenes Leben.
Sie waren nicht zu erreichen und werden in andere Leben übergehen, um in jenes Stadium von Gefühl, von Liebe zu kommen.
Viel werden sie noch zu lernen haben.
Das, wo sie jetzt hineinkommen, bedeutet, dass sie für ihre Existenz hart werden arbeiten müssen.
Das brauchen sie und tausend andere und es ist nur auf der Erde möglich.“
„Aber warum musste ich das alles erleben und nicht sie?
Sie sind doch aus unserem Geschlecht?“
„Du gehörst zu mir, was dir gleich deutlich werden wird.
Du bist und warst der Letzte von unserem Geschlecht.“
„Ah, nun fange ich an, dich zu verstehen.
Wenn ich dies fühle, dann bist du die Ursache und ich die Wirkung.“
„Wir beide sind eins, Lantos, haben Verbindung, so, wie das Gesetz von Ursache und Wirkung ein und dieselbe Bedeutung hat.
Eine Ursache wird wiedergutgemacht werden und das ist nun geschehen.
Du hast es erlebt.“
„Ich hätte also unserem Geschlecht, wie sehr meine Eltern das auch wünschten, keine Nachfolger geben können?“
„Auch das ist sehr richtig gefühlt.
Nein, dein Kreislauf der Erde, hörst du, nahm ein Ende.
Ich war derjenige, der dies alles bestimmt hat.
Du warst mein Kind und wir beide werden es also wiedergutmachen.
Deine Eltern lebten von unserem Besitz, welchen ich einst einem anderen wegnahm.
Aber vor Jahrhunderten.
Doch in deinem letzten irdischen Leben sollte sich diese Vergangenheit offenbaren, und das gilt für jeden Menschen.
Alle werden erleben, zurückkehren und wiedergutmachen, dem entkommt keiner.
Das alles ist Kampf, Leid und Schmerz.
Du hast es erlebt.
In dir lag dieser Kampf, aber ich habe dich in allem unterstützt, damit du gehst, akzeptierst, tust, was du innerlich fühltest.
Ich frage dich, würdest du den Besitz anderer haben wollen, wenn du weißt, dass er ihnen gestohlen worden ist?“
„Nein“, sagte ich, „das würde ich nicht wollen.“
„Nun, du solltest fortgehen und dies alles zurücklassen, weil du innerlich so weit gekommen bist.
Du wärest sonst ein Herrscher geworden.
Ist dir das klar?“
„Ja, Meister.“
„Deine Eltern lebten diese ganze Zeit von gestohlenen Gütern, vom Besitz anderer, doch einst wird er ihnen genommen und alles löst sich auf.“
„Also ruhte auf unserem Besitz ein Fluch?“
„Ja, der Fluch der Vergangenheit.“
„Dann ist mir auch das klar, ich habe es gefühlt.
Jetzt, wo ich das weiß, verstehe ich mein Fortgehen.
Ich wollte weg, etwas trieb mich von zu Hause fort, und das bedeutete, dass ich mich von der Vergangenheit freizumachen begann.
Wie mächtig ist alles, Meister, wie wunderbar und natürlich.“
„Das sind Gesetze, mein Sohn, Naturgesetze, es ist Gottes heilige Führung.“
„Andere kommen zurück und verschenken ihre Güter an andere, ist das dieselbe Situation wie meine?“
„Manchmal, nicht immer, aber meistens ist es ein und dieselbe Kraft, eine andere Bedeutung gibt es nicht.“
„Aber dann ist das nicht Gutes tun, dann ist das Wiedergutmachen?“
„So ist es, doch der Mensch ist sich dessen nicht bewusst, er meint, Gutes zu tun, doch er bezahlt seine Schulden.“
Tief, sehr tief, dachte ich.
Es war nicht gut und nicht schlecht, er erfüllte lediglich ein Gesetz und machte wieder gut, was er einst falsch gemacht hatte.
Mächtig war, was mir nun deutlich gemacht wurde, und ich dankte dem Meister sehr innig.
„Zwingen andere sie, solches zu tun?“, fragte ich.
„Ja, andere spornen sie dazu an und haben natürlich mit ihnen zu tun.“
„Wie sich das alles zusammenfügt, Emschor.“
„Das ist das Leben.
Eines hat Verbindung mit dem anderen, geht in das Vorige über.
Dies sind Gesetze, Gottes heilige Gesetze, Zustände, Verbindungen und Abstimmungen im Geiste, also Ursachen und Wirkungen.
Du erkennst schon, alles ist Gottes Willen, Gott kennt all Seine Kinder und weiß, was sie im Leben auf der Erde tun werden.
Was es auch sei, in welchem Zustand sie dort auch geboren werden, arm oder reich, alles ist festgelegt und wird geschehen.
Und dieses Geschehen ist Gottes heiliger Willen, der alles regiert und leitet.
Gott weiß, was die Seele auf der Erde erleben wird, weil der Mensch dorthin zurückkehrt, um zu empfangen, sei es gut oder schlecht, Glück oder Armut, Kampf oder Elend.
In einem früheren Zustand haben sie sich in diese Lage gebracht.
Ich habe es erlebt, auch du und tausend andere werden es noch erleben müssen.
Wieder andere sind auf der Erde und dienen und geben sich gänzlich für andere.
Später wird dir das deutlich werden, du wirst es sehen und erleben.
Du hörst es, immerfort wieder erleben, bis du dir die geistige Liebe angeeignet hast und in die Sphären des Lichts eintrittst.“
„Du kennst Marianne?“
„Ja, ich kenne sie.
Hier hast du mit ihr gespielt, ich folgte dir in allem.“
„Weißt du, wie sie hinübergegangen ist?
Kannst du mir davon erzählen?“
„Ja, aber später, wenn wir so weit gekommen sind, hab also noch etwas Geduld.“
„Warum verhielt sie sich so merkwürdig, wenn ich dir diese Frage stellen darf?
Ich meine, in meiner Jugend.“
„In ihr lagen dieselben Gefühle wie in dir, und zwar die Verbindung mit dir, doch auch sie war sich dessen nicht bewusst.
Auch nicht, wenn sie erneut geboren werden wird.
Aber einst ist es so weit, dann weiß sie, dass sie die Deine ist.
Du weißt es jetzt schon, aber sie wird in dieses Gefühl übergehen.
Ihr beide habt zunächst noch wiedergutzumachen, sie auf der Erde, du auf dieser Seite.
Deshalb handelte auch sie nach einem inneren Drang.
Doch sie wird ihr eigenes Leben erleben müssen, genau wie du.
Es wird dir also klar sein, dass das zur Vergangenheit gehört, was der Mensch in seinem irdischen Leben nicht versteht und dennoch fühlt.
Einst jedoch wird es bewusst, und zwar auf dieser Seite.
Dort, also auf der Erde, ist dies nicht möglich.
Du blickst nicht hinter den Schleier, fühlst die Tiefe deines eigenen Lebens nicht, kannst nicht durch diese ganzen Jahrhunderte hindurchblicken.
Dies, ich sagte es dir bereits, können allein diejenigen, die die Kräfte dazu besitzen und die die kosmisch Erwachten sind, die Meister, die die höchsten Sphären erreicht haben, die mir und dir dabei helfen, die Menschheit auf der Erde von ihrem ewigen Weitergehen und dem Kreislauf der Seele zu überzeugen.
Und auch davon, dass sie dort sind, um wiedergutzumachen und um zu lernen, lieb zu haben, was Gottes Leben ist.
Das ist der Weg, den sie beschritten haben und den du und ich und Millionen beschreiten werden.
Sie, Marianne, handelte also nach ihrem inneren Gefühl, das tief in ihr verborgen lag.
Ihr beide seid Zwillingsseelen, seid eins in allem, im Gefühl, im Verstehen und in der Liebe.
Doch diese Verbindung werdet ihr erst auf dieser Seite empfangen.
Erst später, mein Lantos, denn ihr seid dabei, dies zu verdienen, hörst du, zu verdienen.
Ihr könnt nun keinen anderen mehr lieb haben.
Diese Einheit des Gefühls geht in euch beide über.
Darin fühlt ihr euch selbst, erkennt ihr euch selbst, darin fühlt ihr Gottes heilige Liebe.
Diese Liebe ist mächtig, und weil sie mächtig ist, werdet ihr euch diese große Kraft, die Glück und Seligkeit bedeutet, verdienen müssen.
Du auf dieser Seite, Marianne auf der Erde.
Sie wird nun wiedergutmachen müssen, was sie deinem Freund Roni einst angetan hat.
Auch das werde ich dir zeigen, aber später.“
„Habe ich denn richtig gefühlt, als ich hier umherspazierte und ihre Figur in meinen Armen trug?“
„Ja, doch es waren meine Gefühle.
Ich legte diese Wahrheit in dich, die du fühltest, aber nicht verstandest.
Nun ist dir alles klar und ich rate dir, dies zu akzeptieren.“
„Bin ich ihr schon auf der Erde begegnet?“
„Ja, du kanntest sie und sie kannte dich schon vor vielen Jahrhunderten, doch ihr beide habt euer Glück zerstört.
Der Mensch wird vernichten, was er nicht kennt, und trotzdem gehört es zu ihm, zu seinem inneren Leben.
Doch ihr ward noch nicht so weit.
Darum sind alle Menschen noch nicht bewusst, noch nicht so weit, diese große und heilige Liebe zu empfangen.
Sie denken, dass sie diese Liebe besitzen, doch das sind eigene Gedanken und Sehnsüchte, die keine geistige Wahrheit enthalten.
Sie verstehen weder von geistiger Liebe noch von geistiger Einheit und geistigem Verständnis etwas.
Was sie fühlen, gehört zum stofflichen Leben und (es) sind irdische, also stoffliche Gefühle.
Weit vom geistigen Glück entfernt liegt dieses Gefühl.
Alle, wer auch immer, werden sich entwickeln müssen.
Doch das kostet Kampf, Leid und Schmerz; aber allein dadurch kann man das große und mächtige Glück erringen.
In diesem, im Leben des Geistes, werden alle Menschen verbunden werden.“
„Auf der Erde empfängt also niemand diese Liebe?“
„Doch, sicher.
Auf der Erde leben Menschen zusammen, die bereits so weit sind, doch all diese Wesen gehören zu den Begnadeten, denn sie sind in allem eins.
Aber wenn es auch nur einen einzigen Gedanken gibt, den der eine zum anderen schickt und der nicht verstanden wird, hat diese Verbindung keine geistige Bedeutung und es ist eine irdische Verbindung.
Diese Verbindung wird erst dann geistig sein, wenn die Menschen, also Mann und Frau, diese Liebe besitzen und innerlich tragen.
Aber dann gehören sie zu unserer Welt und sind Kinder im Geiste; hörst du: Kinder.
Zwillingsliebe, auf die du wartest und die du dir gerade verdienst, ist die heiligste Verbindung, die wir auf dieser Seite kennen, ist das höchste Glück, das Gott Seinen Kindern schenken kann.
Diese Liebe gibt, sie dient; sie geht über in ihn und er in sie, sie leben durch ihr Gefühl, im Gebet und im Glauben und Arbeiten für ein einziges Ziel – den Menschen und alles andere Leben, das Gott geschaffen hat, glücklich zu machen.“
„Dann brauchst du mir nichts mehr zu sagen.
Dann bin ich noch nicht so weit.“
„Danke; herrlich ist es, dass du beginnst, mich zu verstehen.
Mach weiter so, dann kann und werde ich dir viele Wunder erklären.“
„Dadurch, dass ich ihr immer und immer wieder begegnete, bin ich also in ihrer Liebe bewusst geworden?“
„Ja, so ist es.“
„Wir mussten also auseinandergehen?“
„Das war notwendig und auch wieder nicht.
Du hättest dies durch Kampf überwinden können, indem du ein Leben wie eine Hölle akzeptiert und dadurch Liebhaben gelernt hättest.
Wer will das auf der Erde?
Doch ist dies der Weg.
Das Wesen also, die Seele, wird dem Wesen begegnen, das kosmisch zu ihm gehört.
Schon wieder Gottes Willen und ein Gesetz, an dem kein Mensch etwas ändern kann.
Doch der Mensch akzeptiert nicht, er geht fort und sucht und sucht so lange, bis er glaubt, er habe das anvisierte Ziel erreicht, und sieht darin seine Liebe.
Darum wird der Mensch, wird die Seele auf die Erde zurückkehren, werden Menschen einander begegnen, stets aufs Neue begegnen, weil sie eins sind, ein und dasselbe Leben erleben, was ihren Kreislauf auf der Erde im Seelenleben bedeutet.
Dafür, mein Lantos, ist die Erde da, der Planet, zu dem wir gehören.
Die Erde und unser Leben dienen als Läuterungssphären.
Wenn diese einmal absolviert sind, macht sich die Seele bereit, um in den vierten Grad der universellen Abstimmung einzugehen.
Es gibt sieben Grade, und du fühlst wohl, dass Tausende von Jahren vergehen werden, ehe wir so weit sind.“
„Hast du dieses Große bereits empfangen?“
„Ja, Lantos, mir ist dieses Große gegeben.“
„Und du bist alleine?“
„Nein, ich werde nie mehr allein sein können, da dieser Besitz in mir liegt.
Fühlst du die tiefe Bedeutung hiervon?“
„Ja, ich fühle es, denn du bist in diesen Besitz übergegangen.“
„So ist es.
Es ist keine Trennung mehr möglich, da ich in dieser Abstimmung lebe.
Es ist mein Besitz.“
„Auch ihrer?“
„Wir sind eins, Lantos, werden eins bleiben, auch auf Entfernung.
In unserem Leben gibt es keine Entfernung mehr, wenn Seelen eins sind, ein und dieselbe Liebe fühlen.
Was ich erlebe und fühle, erlebt sie.
Begreifst du, wie tief, ja, wie heilig diese Verbindung ist?“
„Das liegt noch weit von mir entfernt.“
„Nein, wenn du weiterhin das Gute suchst, wirst du dieses Mächtige in einigen Jahrhunderten empfangen.“
„Jahrhunderte, sagst du?“
„Jahrhunderte, Lantos.
Aber was heißt das, du lebst schließlich in der Ewigkeit?
Was ist ein Jahrhundert?
Was ist eine irdische Lebenszeit?
Doch nichts.
Du sollst dich würdig machen, diese geistigen Schätze zu empfangen.
Einst wirst du zu Gott beten, noch ein wenig warten zu dürfen.
Du wirst Ihm zurufen, dass du noch nicht so weit bist und Angst hast, dass du diese Liebe abermals nicht verstehen wirst.
Fühlst du, wie mächtig jener Besitz, die Kraft und das Glück ist, diese Liebe zu fühlen?
In einem anderen Wesen dieselbe Liebe fühlen zu dürfen, wie du selbst bist und besitzt?
Nochmals, was sind Jahrhunderte?
Dass es notwendig ist und so lange dauert, kann ich dir mit einer kleinen Geschichte verdeutlichen.
Hör zu:
Ein Kind wird auf der Erde geboren und erreicht das Alter eines Mannes oder einer Frau.
Dann wird es es selbst.
Es geht bewusst, zumindest für die Erde, in jenes Leben über.
Folge nun jenem Leben und sieh, es geht nicht aufwärts, sondern es steigt hinab, tiefer und tiefer versinkt es, um dann zu sterben.
Es vergingen siebzig Jahre und mehr.
Nichts hat sich dieser Mensch zu eigen gemacht.
Hörst du (das) gut?
Siebzig Jahre, fast ein Jahrhundert.
Ist dir deutlich, was ein Jahrhundert auf dieser Seite bedeutet?
Wie viele Jahrhunderte werden nun notwendig sein, um das Heiligste empfangen zu können?“
„Ich akzeptiere, Meister, ich kann nicht anders.
Ich werde warten, ich verspreche es dir.
Ich träumte in meinen jungen Jahren, dass ich ein Künstler würde, waren auch das deine Gefühle?“
„Meine, Lantos.
Ich legte jenen Traum in dich und ließ dich Dinge träumen, die einst geschehen würden.
Ich blickte also voraus, doch es lag in dir.“
„Auch dieser Traum, dass ich töten würde?“
„Auch das, denn du solltest dich vergessen.
Dadurch lerntest du, und du hast gelernt, dich fortan zu beherrschen.“
„War es nicht möglich, sich dagegen zu widersetzen?“
„Nochmals, du hast dein eigenes Leben zu erleben und nicht durch mich und somit auch nicht durch andere.“
„Und das Böse?
Sie haben mich hierhergebracht.
Das durften sie nicht tun, aber ist diese Kraft nicht dieselbe?“
„Ich frage dich, Lantos, ist es gut, das Böse zu tun?“
„Nein“, sagte ich, „das nicht.“
„Nun denn, sie taten es und werden es wiedergutmachen müssen.
Du hast gebüßt, er aber fuhr damit fort, andere zu vernichten.
Doch einst wird auch das ein Ende haben und er sucht das Gute.
Falls du ihm einst begegnen wirst und er bittet dich, zu helfen, was wirst du dann tun?“
„Helfen!“
„So soll es sein, Lantos.
Auch er wird einst diese Kräfte besitzen und erst dann seid ihr Brüder im Geiste.
Doch er wird bis zu seiner letzten Tat alles wiedergutmachen müssen, was er anderen antat.
Du jedoch stehst am Anfang deines ewigen Lebena, aber du wirst dich geistig entwickeln müssen.“
Ich fragte weiter: „Die Ruhe, die in mich kam, als meine Eltern so roh zu mir sprachen, vor allem mein Vater, war dies deine Ruhe?“
„Ja, meine.
Es war mein Willen.“
„Er hat mich geschlagen und getreten, muss er das wiedergutmachen?“
„Das wird er wiedergutmachen, dem kann er nicht entkommen, und einst macht er das gerne.“
„Das Glück, das ich empfand, war dein Glück, nicht wahr?“
„Ja, Lantos, ich war glücklich, dass du diesen Weg fortsetztest, koste es, was es wolle.“
„Hätte ich mich nicht beherrschen können?“
„Nein, die Folgen wären dann unabsehbar gewesen.“
„Ich danke dir, Meister, ich verstehe dies vollkommen.
Ist dieser Besitz nun in andere Hände übergegangen?“
„Ja.
Die rechtmäßigen Eigentümer haben ihn wiederbekommen, denn es war ihr Besitz.
Den habe ich ihnen vor vielen Jahrhunderten gestohlen.
Doch du siehst, einmal wird der rechtmäßige Eigentümer seinen Besitz wiederbekommen.
Du erlebtest dies alles in deinem vorigen irdischen Leben, andere erfassen es erst Jahrhunderte später.
Wisse, dass Gott keine Herrscher kennt und dass Gott allein Liebe ist.
Die Vorstellungen deiner Eltern waren also falsch.
Sie wussten jedoch nichts davon und werden es erst in einem anderen Zustand akzeptieren, wenn sie sich selbst und das Leben kennenlernen.
Sie folgen also deinem Weg, und auch sie haben sich geistig zu entwickeln.
Wir wollen hoffen, dass sie im nächsten Leben auf der Erde so weit kommen werden.
Du warst der Letzte, wie ich schon sagte, und solltest fortgehen.
Aber in diesem Leben wird sich dir alles offenbaren und das erlebt jeder.“
Mächtig ist das, dachte ich, daran kann der Mensch nichts ändern, und sie wissen auch nichts davon.
Ich fragte weiter und sagte: „Wer hat dieses Gebäude zerstört?“
„Die Elemente.“
Dann habe ich es richtig gefühlt, dachte ich, hörte aber: „Ich ließ es dich wahrnehmen, durch meinen Willen und meine Kräfte.“
„Wo waren damals meine Eltern?“
„Im Haus, sie wurden erschlagen.
Hier liegen zwei Menschen, dein Vater und deine Mutter.“
„Sind sie an diesem Ort begraben worden?“
„Nein, an einem Ort im Wald, das war ihr Wunsch.“
„War es Gottes Willen, dass es einstürzte?“
„Nein, das nicht, das hat nichts mit Gottes Willen zu tun, wenn es auch zu dieser Wirkung gehört.
Ihr Übergang stand fest.“
„Also Zufall?“
„Nein, Wirkung, also Ereignis, aber lediglich ihr Ende, nicht dieser Einsturz.“
Später wirst du diese Gesetze kennenlernen, jetzt ist es mir nicht möglich, sie dir zu erklären.“
„Du ließest mich dies alles erleben und im Voraus sehen, mit welcher Absicht?“
„Um dich nun von deinem Kreislauf der Erde zu überzeugen.
Du könntest es sonst nicht akzeptieren.
Doch du siehst, all diese Ereignisse sind verbunden und passen zusammen.“
„Du bist mächtig, Meister Emschor.“
„Sag das nicht mehr, da ich nur ein Kind im Geiste bin.
Allein Gott ist mächtig.
Du wirst nun auch akzeptieren, dass es keine Wunder und Probleme gibt und dass diese Wunder und Probleme sich auflösen, sobald wir anfangen, sie zu kennen.
Ein geistiges Gesetz bekam also Verbindung mit einem irdischen Geschehen – in diesem Falle die Elemente, die ihren Besitz vernichteten – und das bedeutete ihren Übergang.
Das besagt, dass Stoff und Geist eins sind.
Fühlst du, was ich meine?“
Ich dachte lange nach und sagte: „Wenn mir ein Unglück widerfährt, dann muss das nicht festgelegt sein?“
„Genau, das meine ich.
Wenn aus Unvorsichtigkeit ein Unglück geschieht, ist das kein kosmisches Geschehen.
Trotzdem hat es wiederum geistige Bedeutung, aber ich habe dir gesagt, es ist zu tief, um bereits darüber zu reden.“
„Wie ist dein irdisches Leben gewesen und wie war mein Leben, als ich zu dir gehörte?“
„Das werde ich dir zeigen.“
Die Erde versank vor mir und alles Leben verschwand vor meinen Augen.
Ich aber blieb an dem Ort, wo ich war.
Die alte Burg vor mir nahm Formen an, alles veränderte sich und schien aufs Neue zu leben.
Deutlich sah ich es vor mir.
Danach sah ich ein anderes Bild.
In einem der Gemächer dieser prächtigen Burg sah ich ein Wesen und jenes Wesen erkannte ich sofort.
Emschor, sagte ich in Gedanken, denn er war es.
Er trug ein sonderbares Gewand, doch ich erkannte die Ausrüstung, weil auch mein Vater und ich etwas Derartiges getragen hatten.
„Was du nun sehen wirst, gehört zu einer Zeit, bevor ich diesen Besitz mein Eigentum nennen konnte.“
Darauf verschwamm dieses Bild und ein anderes Bild wurde für mich sichtbar.
Ich sah Emschor auf einem Pferd, doch er war ein Söldner.
Er trug ein Gewand, wie es die Menschen zu jener Zeit trugen.
Man lieferte sich eine Schlacht und er umzingelte mit vielen anderen den Besitz eines anderen, den sie eroberten.
Er siegte also, betrog aber seinen Meister.
Viele wurden getötet, darunter sein Herr.
Das alles sah ich deutlich.
Auch dieses Bild verschwamm wieder und ich sah ihn in einem der Gemächer dieser Burg wieder, wo er zu Bett lag.
In einer Ecke des Gemachs baute sich nun ein Wesen auf und in jenem Wesen erkannte ich mich selbst.
Groß und schlank stand ich da.
Ich fühlte, dass etwas nicht in Ordnung war, und wurde im Gefühl mit mir selbst verbunden, sodass ich die Bedeutung dieses Bildes verstand.
Mein Vater war krank und er wollte, dass ich fortging, und seinen Besitz anderen vermachen.
Das war ein teuflischer Plan.
Ich verstand es vollkommen, da Emschor mir dies alles im Voraus gezeigt hatte.
Ich erfüllte seinen Wunsch jedoch nicht und weigerte mich.
Ich ließ mich nicht von meinem Besitz fortjagen.
Er sprach zu mir und drängte darauf, in seinem Wunsch einzuwilligen.
Ich weigerte mich weiter und hielt ihn für geistig krank.
Deutlich verstand ich jedes Wort, das zu jener Zeit gesprochen wurde.
Dann führte ich mit ihm ein Gespräch und überredete ihn doch.
Nach diesem Bild sah ich ein anderes.
Vor mir sah ich einige Wesen, auch ich war dabei.
Ich hatte an derselben Tafel Platz genommen, an der mein Vater saß.
Ich sah, wie er mich ansehend aufstand und hörte ihn diese Worte aussprechen: „Ich will, dass derjenige, der den Namen Lantos Dumonché trägt, diesen Besitz übernimmt und für die ... und die ... Person sorgen wird.
Stimmst du dem zu?“
Diese Frage wurde an mich gerichtet.
Es wurde ein Betrag festgelegt und die Namen wurden aufgeschrieben.
Ich antwortete bejahend und dann wurden Dokumente aufgesetzt und versiegelt.
Auch jenes Bild verschwamm wieder und ich sah ein anderes und erbebte davon.
Vor mir sah ich meinen Vater, er hatte sich das Leben genommen.
Ich wusste, warum, und verstand dies alles.
Wiederum sah ich ein anderes Bild.
Vor mir sah ich andere Wesen und bei diesen war ich.
Ein anderes Dokument wurde aufgesetzt und das erste zerrissen.
In dem neuen stand: „Ich will, dass derjenige, der den Namen Lantos Dumonché trägt, den Besitz im volljährigen Alter übernehmen und sich Geltung als Herrscher verschaffen wird.“
Das echte war gefälscht.
Danach sah ich mich selbst mit einigen Kindern und meiner Gemahlin.
Sie schenkte mir zwei Jungen und ein Mädchen.
Auf dieses Bild folgte ein anderes und ich sah mich auf einem Pferd.
Ich war bereit, um in den Kampf zu ziehen, und führte den Befehl über Hunderte, die mir folgten.
In der Ferne sah ich das Ziel meines Feldzuges.
Schnell wie der Wind flogen wir vorwärts und eroberten den Besitz eines anderen, doch es wurden viele getötet.
Meinen Gegner kannte ich allerdings.
Es war der Mann aus meinem Kerker, dieser Dämon.
Dann sah ich ein anderes Bild, über das ich erschrak.
Wir waren in unserer Folterkammer und zwangen ihn, auf seinen Besitz zu verzichten.
Sein Gesicht war wie das eines Teufels und er verfluchte mich.
Was ich ihm angetan hatte, war mir jetzt deutlich.
Doch auch er war ein Räuber und ein Mörder.
Auch sein Besitz war gestohlenes Gut.
Das Bild verschwamm wieder und ich erlebte mein Ende, aber auf natürliche Art und Weise.
Mein Kind folgte mir, und danach eine Generation nach der anderen.
Dazu gehörten meine Eltern.
Auf wundersame Weise hing das alles zusammen und ich musste es akzeptieren.
Die Vergangenheit ist großartig, dachte ich.
„Du siehst, Lantos, Streit, Raub und Gewalt.
Doch die Gewalt ist vernichtet worden.
Diejenigen, deren Besitz ich stahl, haben ihn zurück.
Deine Eltern sind die Letzten gewesen, die hier lebten.
Du gingst fort und hast dein Leben durch eigene Hand beendet.
Ich könnte so fortfahren und dir mehr Situationen und Begebenheiten erklären und zeigen, doch das führt uns zu weit.
Ich will mich lediglich hierauf beschränken und du sollst akzeptieren.
Du hast vieles wiedergutgemacht, auch ich.
Du siehst, dass die Kinder dies alles wieder abgeben werden, wenn der Vater seinen Besitz gestohlen hat.
Du hast dein eigenes Leben zu leben, ich das meine, und beide haben wir gelitten.“
„Wo ist meine Mutter, deine Gemahlin?“
„Sie ist auf dieser Seite, besitzt jedoch eine höhere Abstimmung als ich.“
„Ist sie dein Glück?“
„Nein, sie nicht, sie gehört zu einem anderen.“
„Wo sind meine Frau und meine Kinder?“
„Einige sind jetzt auf der Erde und einige leben bereits in den Sphären des Lichts.
Die Generationen folgten aufeinander, Lantos.
Du bist also hierhin zurückgekehrt und fortgegangen.
Darum kehrte ich zur Erde zurück.
Allein dadurch sind wir verbunden und werden wir beide wiedergutmachen.
Du fühlst auch, dass es mir nicht möglich war, es in jener Zeit wiedergutzumachen, weil du mein Kind warst.
Du zwangst mich, es zu lassen, doch ich konnte nicht zustimmen und setzte meinem Leben ein Ende.
Du hast nicht getan, worum ich dich bat, du hast die Dokumente gefälscht und neue aufsetzen lassen.
Aber meine Tat blieb, sie konnte nicht vernichtet werden, auf mir ruhte alles.
Noch war mein Übergang nicht genug.
Du hingegen hast das Vernichten fortgesetzt.
Doch ich danke Gott, dass dies alles geschehen ist.
Meine Sünden sind mir vergeben.
Ich habe dies mit meinem Leben gebüßt und auf dieser Seite, wie auch auf der Erde, in anderen Leben also, wiedergutgemacht.“
„Wie viele Leben sind absolviert worden?“, fragte ich.
„Viele“, hörte ich (ihn) sagen, „doch in jenem Leben waren wir zusammen.
In andere Leben sind du und ich übergegangen, um doch wieder auf diesen Besitz zurückzukehren.
Fühlst du nun, wie tief der Mensch, die Seele, das Leben ist, das den Stoff führt und leitet?
Das alles ist nicht zu ergründen, mein Junge, also lass dies genug sein.
Du siehst auch, dass Liebesbande nicht zerrissen werden können.
Zum Guten oder zum Bösen, einst werden wir einander gegenüberstehen und wiedergutmachen oder empfangen.
Wir alle verfluchen, wir alle haben Herzen zerschmettert und raubten und folterten.
Diejenigen, die die Sphären des Lichts erreicht haben, wissen dies alles.
Kein Mensch kennt auf der Erde sich selbst.
Niemand hat das Recht, einen anderen zu verfluchen.
Diejenigen, die auf der Erde leben, werden das Irdische ablegen müssen.
Auch diejenigen, die in der Finsternis leben, müssen wiedergutmachen, denn wir alle folgen ein und demselben Weg, dem Weg der geistigen Entwicklung.
Einst sind wir alle zusammen.
Einst blicken wir auf die Vergangenheit zurück und sind Brüder und Schwestern im Geiste und gehen immer weiter.
Diejenigen also, die auf der Erde im Besitz von viel stofflichem Glück sind, werden es wieder verlieren, wenn ihre Vorfahren es gestohlen haben.
Auf der Erde ist alles dem Untergang unterworfen.
Alles muss und wird sich verändern, kein Mensch kann das aufhalten.
Kein Mensch auf der Erde besitzt die Kraft, dies zu überschauen.
Das sind Gesetze, nichts als Gesetze, Lantos.
Kannst du dankbar sein, dass du in deiner Jugend fortgegangen bist?
Kannst du das aus tiefstem Herzen sagen?
Empfindest du das Bedürfnis, Gott dankbar zu sein?
Weißt du, dass es eine Gnade ist, dies alles zu betrachten?
Ich durfte dir dies alles zeigen, aber die Bedeutung der Vergangenheit wirst du nun fühlen und verstehen.
Und dies alles werden wir der Menschheit kundtun.
Ich warte auf dich, bis du in die Sphären des Lichts eingegangen sein wirst.
Ich könnte fortfahren, dir Bilder aus meiner Jugend und viele andere zu zeigen, doch ich sagte dir bereits, das alles geht zu weit.
Es geht mir allein darum, dir klarzumachen, dass alles wiedergutgemacht werden muss.
Wenn der Vater raubt und die Kinder vom Geraubten leben, wird der Vater dennoch einmal zur Erde zurückkehren, um sich auf sie einzustellen, ihnen zu helfen und sie zu unterstützen, aber auf die Art und Weise, wie ich es jetzt tue.
Doch Vater, Mutter und Kinder haben ihr eigenes Leben zu erleben, und was sie daraus machen, ist ihr eigener Willen.
Meine Sünden sind mir vergeben, in diesem Augenblick lösen sich meine und deine Vergangenheit auf und wir gehen in dieses Leben über.
Die höheren Sphären stehen mir offen, doch ich bleibe bei dir und werde dich in allem unterstützen.
Du fährst fort, an dir zu arbeiten, und ich folge dir in allem.“
Daraufhin fühlte ich, wie ein kräftiger Strom durch mich hindurchging, und eine Hand drückte liebevoll meine Schulter.
Ich wusste, von wem diese Kraft und diese Hand waren.
Tränen schossen mir in die Augen.
Zum ersten Mal weinte ich und ich fühlte die Wärme von ihm, der mich lieb hatte.
Still wurde ich und lange dachte ich nach.
Unglaublich tief war alles, trotzdem akzeptierte ich, denn ich hatte es gesehen.
Ich hätte es nicht akzeptieren können, wenn es mir nicht verdeutlicht worden wäre.
Dem, der mich vernichtet hatte, konnte ich nun vergeben und dankbar sein.
Wie hatte ich mich in diesem Augenblick, in jener kurzen Zeit verändert!
Wahrheiten veränderten den Menschen binnen einer einzigen Sekunde.
Dies waren Wahrheiten, die ich in mir fühlte.
Hier war es mir gezeigt worden und ich neigte mein Haupt.
Ich danke dir, mein Vater.
Trotzdem werde ich dich weiterhin Meister nennen.
Mein Vater aus längst vergangenen Zeiten war mein geistiger Leiter und Meister.
Wie war es möglich, wie tief, wie unglaublich.
Dennoch musst du akzeptieren, nur immer wieder akzeptieren, Lantos, so sprach ich zu mir selbst.
Du kannst nicht anders und dem auch nicht entkommen.
Großartig war alles, was ich bisher erlebt hatte.
Ich verstand nun, dass Gott keine Arten von Menschen schuf, sondern dass der Mensch aus sich selbst eine seltsame Art machte.
Wie tierhaft war der Mensch seit Jahrhunderten in seinen Leben.
Noch war ich nicht glücklich und gehörte nicht zu denen, die in diesen leuchtenden Sphären lebten.
Nochmals dankte ich meinem Vater und fragte: „Wussten meine Eltern, dass sie von gestohlenem Geld lebten?“
„Ja, sie wussten davon, und auch du hättest es erfahren.“
„Müssen sie auf der Erde Hunger leiden?“
„Nein, das geht zu weit, doch sie werden für ihr Brot hart arbeiten müssen.“
„Aber sag mir, Meister, wie kommt es, dass die Vergangenheit in der Seele des Menschen verborgen liegt und sie nichts davon wissen?“
„Weil der stoffliche Körper es nicht verarbeiten kann.
Doch was der Mensch erleben muss, das wird er bewusst fühlen.
Zum Beispiel deine Kunst.“
„Ja, ich fühle und begreife dich.“
„All die anderen Lebenserfahrungen lösen sich in jenem irdischen Leben auf, weil man in dem Leben die Bedeutung nicht akzeptieren kann und wird.
Viele glauben nicht einmal, dass es ein Fortbestehen gibt, andere wiederum doch, aber es wird nur Einzelne geben, die die Vergangenheit akzeptieren können.
Dennoch liegt es im Menschen, tief im Wesen liegt es verborgen.
Hast du mir noch Fragen zu stellen?“
„Vielleicht, aber ich weiß jetzt nicht mehr, was ich dich fragen soll.“
„Nun, mein Junge, dann gehen wir weiter, ich habe dir noch mehr zu zeigen.
Ich werde dich nun mit deinem vorletzten Leben verbinden.
Du kehrst zu dem Ort zurück, an dem du gelebt hast.
Von dort aus gehen wir wieder weiter.“
Ich kehrte wieder zu mir selbst zurück und die Erde war für mich wieder sichtbar.
Noch einmal blickte ich auf dies alles und ging fort.
„Zurück zu deinem Atelier“, hörte ich (ihn) sagen, „dort beginnt unsere Nachforschung.“
Rasch war ich an dem Ort angekommen und fühlte auf der Stelle die mir bekannte Einwirkung.
Im selben Augenblick wurde mein Atelier sichtbar und ich sah wieder die Trümmer jener alten Skulptur.
Nun fühlte ich jedoch, dass ich mit deren Ausstrahlung verbunden wurde.
Dann wurde ich emporgehoben und los ging es, dem Unbekannten entgegen.
Ich schwebte wieder über die Erde und lernte, mich in hoher Geschwindigkeit zu verbinden.
Es ging immer schneller, bis ich spürte, dass die Kräfte nachließen, die mich vorwärts trieben, und ich hörte meinen geistigen Leiter sagen: „Wir sind da, wo ich sein wollte.
Hier, Lantos, hast du dir dein Gefühl für die Kunst zu eigen gemacht.
Wir sind nun im Alten Ägypten.
Die Stadt, in der wir uns befinden, heißt Memphis.
Vor Jahrhunderten blühte hier die Kunst.
Du warst einer jener Meister.
Du brachtest es zu einer beachtlichen Höhe und lebtest dich in der schönen Kunst gänzlich aus.
Noch ist deine Kunst erhalten geblieben.
In Palästen und Tempeln bewahrt man deine Skulpturen auf.
Auch Marianne lebte hier.
Du hast sie an diesem Ort kennengelernt und sie war deine Geliebte.
Du aber brachtest Leid und Schmerz und stahlst eines anderen Glück.
Du hast nun gebüßt und wiedergutgemacht.
Sogleich werde ich dich mit deiner Kunst verbinden, wozu auch das gehört, was in deiner eigenen Wohnung zusammenstürzte.
Du hast dich gefragt, wie jene Skulptur zu dir gebracht wurde.
Nun, das alles ist mein Werk, ich wollte es und ich verband mich mit einem anderen Leben.
Wenn wir für höhere Mächte Arbeit ausführen, wird auch uns in allem geholfen.
Was ich tat, war einfach.
Ich legte meinen Willen in den, der nach Rom gehen würde, dass er eine deiner Skulpturen mitnehmen solle.
Ich erweckte ihn für diese alte Kunst, was mir vollkommen gelang.
Danach inspirierte ich ihn, sie zu dir zu bringen.
Was weiter geschah, weißt du.
Du solltest eine andere Skulptur anfertigen, doch die alte zerfiel.
Ich wusste, dass dies geschehen würde.
Aber meine Absicht war lediglich, dich mit dieser Kunst, die du in der Vergangenheit zustande brachtest, zu verbinden.
Später wirst du all diese Kräfte kennenlernen und akzeptieren, wie einfach dies funktioniert und zustande zu bringen ist.
Für dich sind es Wunder, und doch ist alles nur Konzentration.
Aber ich will dir von einem anderen Wunder erzählen.
Erschrick nicht, wenn ich dir mitteile, dass derjenige, der diese Skulptur zu dir brachte, dein eigenes Kind war.
Dein Kind also aus dieser Zeit, aus diesem Leben, in dem du gelebt hast.“
„Was sagst du?“
„Dein eigenes Kind, du hörst mich deutlich.“
„Mit Marianne?“, fragte ich schnell.
„Nein, nicht mit ihr.
Die Mutter deines Kindes hast du verlassen.“
„Und Marianne?“
„Sie auch.“
„Warum,
wenn ich fragen darf?“
„Weil du ein Verführer warst und sie eine Leichtsinnige.
Sie gab dir kein Kind.
Sie besaß das Gefühl nicht, um jenes Reine und Herrliche zu empfangen.
Ihr beide hattet nicht lieb.
Was du als Liebe zu besitzen glaubtest, war nichts als Leidenschaft.
Du hast auch sie verlassen, aber später bist du zurückgekehrt.
Du suchtest weiter bis zu deinem letzten Leben auf der Erde.
Aber nun weißt du, dass sie die Deine ist.“
„Und danach?“
„Danach hast du dich in ihr Leben gedrängt und ihr Glück und das eines anderen zerstört.“
„Wessen Glück?“
„Ronis.“
Mein Gott, dachte ich, welche Wunder muss ich erleben.
„Woher weißt du das alles?“, fragte ich.
„Ich folgte dir schon seit vielen Jahrhunderten.“
„Lebtest du hier?“
„Ja, doch ich musste dir von dieser Seite aus folgen und ich habe dieses Werk fortgesetzt.“
„Bin ich hier gestorben?“
„Ja.“
„Wo ist mein Kind, weißt du das auch?“
„In den Sphären des Lichts.
Er ist jetzt dein Bruder im Geiste.“
„Werde ich ihn wiedersehen?“
„Auch das wird geschehen, und viele andere.“
„Was ist denn dann bloß der Zweck all dieser Leben?“
„Indem du all diese Leben erlebst, wirst du die wahrhaftige Liebe kennenlernen.
Was du zu lernen hast, ist die Schwester- und Bruderliebe.
Sie alle, die wir kennen und gekannt haben, sind unsere Schwestern und Brüder im Geiste.
Es geht schließlich nicht anders.“
„Kehrt mein Kind zurück?“
„Nein, es geht weiter, wie alle anderen, die bereits dorthin gekommen sind.“
„Mein Meister und Vater, wer du auch bist, ich akzeptiere alles, aber wie soll der Mensch auf der Erde dies annehmen können?“
„Sie müssen es fühlen, richtig nachfühlen, anders ist es nicht möglich.
Trotzdem werden wir viele, sehr viele erreichen.
Es ist Gottes Willen, dass dies geschieht.“
„Ich will mich dir anheimgeben, denn ich verstehe und akzeptiere alles und sehe, dass es die Wahrheit ist.
Ich bin dir ganz, ganz innig dankbar, und ich verspreche dir heilig, dass ich mich gänzlich geben werde.“
„Ich danke dir, Lantos.
Wisse, dass ich dir die heilige Wahrheit zeige und deutlich mache.
Wenn du das alles nicht akzeptieren könntest, müsste ich aufhören und warten, bis du so weit gekommen bist, bis du bereit bist, mir von Neuem zu folgen und mir zuzuhören.“
„Nein“, sagte ich, „das tue ich nicht, bleib bei mir, ich bin bereit.“
„Fabelhaft, dann fahren wir fort und werden unser Ziel erreichen.“
„Wenn Marianne auf der Erde ist, können wir sie dann besuchen?“
„Du wirst sie wiedersehen, aber später, wenn diese Zeit gekommen ist.
Hast du noch Fragen zu stellen?“
„Nein.“
„Nun denn, dann werden wir uns verbinden.“
Ich fühlte nun, dass ich gänzlich überging und in den Straßen von Memphis wandelte.
Es war eigenartig, denn ich fühlte mich, als wenn ich nie von hier fort gewesen wäre und noch dort lebte.
Mein voriges Leben kehrte in mich zurück, ich ging bewusst in es über.
Wie groß waren geistige Kräfte!
Ich betrat einen prächtigen Palast.
Vor mir sah ich schöne Kunst, und sollte ich diese Kunst als meine bezeichnen können?
Ich musste dies akzeptieren, denn ich war damit verbunden und fühlte mich selbst in diesen steinernen Skulpturen.
Nichts könnte mir deutlicher zeigen, dass ich in Wahrheit damit zu tun hatte.
Wie tief alles war!
Sonderbar schön war meine Kunst.
In Rom hatte ich diese Höhe nicht erreichen können.
Jetzt wusste ich das erst, da ich es fühlte und wahrnahm.
In jenem Leben, ich verstand es, hatte ich mich ausgelebt.
Dann kniete ich nieder und dankte Gott für alles, was ich bis jetzt empfangen hatte.
Mein erstes Gebet sandte ich in kindlicher Naivität zu Gott hinauf.
Noch lange dankte ich Gott.
Hier hatte ich gelebt und mir meine Kunst zu eigen gemacht.
Tief, sehr tief war der Mensch.
Ich stieg immer tiefer in mein eigenes Leben hinab und noch immer sollte ich die tiefsten Seelengeheimnisse nicht wahrnehmen können, denn dann gäbe es kein Ende.
Auch begriff ich nun, dass dies ausreichte, um akzeptieren zu können.
Ich fragte den Meister: „Wer war mein Lehrmeister, weißt du das?“
„Du hattest viele.“
„Wo lebte Marianne?“
„Willst du dorthin?“
„Gerne“, sagte ich, „wenn das möglich ist.“
„Auch das ist möglich, folge mir.“
Ich nahm Emschor weiterhin wie in einen Schleier gehüllt wahr, doch ich wusste, dass er es war, der mich führte.
Plötzlich hielt er mich an und sagte: „Siehst du dort vor dir das Gewässer?“
„Ja“, sagte ich.
„Das ist der Nil.
Wir gehen jedoch etwas weiter, komm, folge mir.“
Eine Zeit lang gingen wir weiter.
Erneut blieb er stehen und sagte: „Siehst du das Gebäude vor dir?“
„Ja“, sagte ich, „deutlich.“
„Du siehst, was ich sehe, du fühlst, was ich fühle, doch alles ist einmal erlebt worden, ist also Wirklichkeit.
Dieses Gebäude ist viele Jahrhunderte alt.“
Jetzt sah ich ein prächtiges Gebäude vor mir.
Außergewöhnliche Statuen zierten das Ganze und links und rechts sah ich die Sphinx.
Im selben Augenblick trat ein Wesen durch die Pforte ein und ging zum Eingang dieses Gebäudes.
Ich kannte diesen Gang und die ganze Erscheinung.
Sah ich richtig?
Fühlte ich klar?
War die, die ich wahrnahm und fühlte, Marianne?
Da hörte ich, wie mein Meister zu mir sagte: „Sie ist es, Marianne.“
Mein Gott, wie großartig ist dieses Bild.
Sie in einem anderen Körper zu sehen!
Doch nun fühlte ich, wie ihre ganze Persönlichkeit in mich kam.
Es war wunderbar.
So hatte ich sie in meinem Kerker gefühlt.
Ja, sie war es.
Mein Gefühl betrog mich nicht.
Mein Leben wollte ich hierfür geben.
Tränen stiegen in mir auf, doch ich beherrschte mich.
Meine Liebe zu ihr war tief, denn nun war mein Gefühl bewusst.
Bewusst lieb zu haben, ach, welch ein großer Schatz, welch ein Glück.
Eine ganz andere Persönlichkeit war sie war in diesem Leben, und doch fühlte ich an irgendetwas, dass sie es war.
Ihre Liebe, jenes Gefühl war nicht zu leugnen, daran erkannte ich sie.
Wie schön war ihre Figur!
Ich folgte ihr hinein.
Einige Diener warteten auf sie.
Nun betrat sie ein großes Gemach und wurde von einem anderen Wesen empfangen.
Ich fühlte nun, dass ich tiefer versank, und ich verstand jenes Gefühl, denn der Meister war dabei, mich noch tiefer zu verbinden.
Das Wesen, das sie erwartete, erkannte ich sofort.
Es war Roni, mein Freund.
Was für ein Problem!
Um ihn herum sah ich viel Besitz.
Nun fühlte ich die Verbindung mit ihr und ihm und ich begriff, dass ich zwischen ihnen beiden stand.
Aber wie war das möglich?
Ich ergründete nochmals und fühlte die Reinheit meines Wahrnehmens.
Nun hörte ich die beiden sprechen.
Er spürt und weiß, dass er betrogen wird, dachte ich.
Dann sah ich ein Ereignis aus der Vergangenheit.
Erstaunlich war das.
Danach verschwamm das Bild und ich hörte den Meister sagen: „Er war mit ihr verheiratet und du warst ihr Liebhaber.
Komm, folge mir.“
Wir kehrten zum Ufer des Nils zurück.
Was zur Erde gehörte, verschwamm.
Ich versank, bis ich fühlte, dass ich mit meinem eigenen Leben verbunden wurde.
Vor mir sah ich zwei Wesen, zwei Liebende, und ich erkannte sie sofort.
Es waren Marianne und ich.
Schlank und schön war ich, sie wie eine Tigerin und unergründlich.
Falsch und gemein waren wir beide.
Hier sah ich die Wahrheit und mir wurden ungeheure Probleme deutlich gemacht.
Ich folgte diesen beiden und ich fühlte den inneren Zustand von mir selbst, aber ebenfalls von Marianne.
In nichts hatten wir irgendeinen Besitz.
Wir waren geistig arm, dennoch hatten wir lieb, innig lieb, doch diese Liebe war Leidenschaft, nichts als Leidenschaft.
Sie war nicht ehrlich, ich aber auch nicht.
„Ihr beide wart leichtsinnig“, hörte ich den Meister sagen, und ich akzeptierte.
Hier fühlte und sah ich, dass er die Wahrheit sprach.
Dies war nicht Liebhaben, sondern grober Egoismus.
„Merkwürdig“, sagte ich zum Meister, „sehr merkwürdig.“
„Ich sagte dir doch, dass du Wunder erleben würdest?
Diese Wunder kannst du nur akzeptieren, weil du sie wahrnimmst.
Du musst akzeptieren, sonst hat alles keinen Nutzen, dann suchst du weiter.
Dies sei dir genug.“
„Ich akzeptiere“, sagte ich, „ich kann nicht anders.
Ich danke Gott und auch dir.
Ich werde mein Bestes tun, sag mir, was du wünschst.“
„Spürst du diese Gnade, Lantos, die Gott dir und mir gibt?
Erwache, mehr habe ich dir nicht zu sagen.“
Still wurde ich durch alles.
An dem Ort, an dem ich vor Jahrhunderten mit Marianne spazierengegangen war, kniete ich nieder und betete inbrünstig und mein Gebet bekam mehr und mehr Kraft.
Wie ein Kind betete ich zu meinem Vater, und an diesem Ort bat ich Gott, meine Liebe nicht zu zerbrechen.
Ich fühlte, dass ich wahrhaftig lieb gewann, und ich wollte diese innerliche Kraft behalten.
Einst würde mir diese große und heilige Liebe gegeben werden und dafür würde ich mich anstrengen.
Ich fühlte mich nun sehr heiter.
Mein Meister war in sein eigenes Leben zurückgekehrt, aber dicht neben mir fühlte ich ihn und ich wusste, dass er weiterhin wachen und mir folgen würde.
„Komm“, hörte ich ihn sagen, „mein Lantos, wir gehen weiter, ich habe dir noch mehr zu zeigen.“